Die Vorlesungen finden immer freitags, von 12:15 bis 13:45 Uhr, statt (Gebäude E1 7, Raum 3.23). Start ist am 16. Oktober. Alle Interessierten sind willkommen.
Es sind digitale Spuren, die im Alltag längst entstehen: Satellitenbilder, Beiträge in sozialen Medien, Suchanfragen, Bewertungen oder Kartendienste. Oft geben diese Daten Hinweise darauf, in welche Richtung sich die Gesellschaft entwickelt. Solche Datenquellen will die Disziplin „Computational Social Science“ mithilfe von Methoden der Informatik für die Sozialwissenschaften nutzbar machen. Ziel ist es, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu analysieren. Dafür hat die Universität des Saarlandes das interdisziplinäre Forschungsprojekt SOUNDS („Societal Observatory Using Novel Data Sources“) ins Leben gerufen.
Mit Satellitenbildern lässt sich beispielsweise erkennen, wie stark Parkplätze in einer bestimmten Region frequentiert werden, und Bild- und Bewegungsdaten zeigen, wie intensiv einzelne Spielplätze genutzt werden. Ein anderer Ansatz nutzt digitale Spuren, um gesellschaftliche Debatten zu erkennen: So lässt sich etwa soziale Ausgrenzung aus Google-Rezensionen von Schwimmbädern herauslesen. Die Erkenntnisse dienen nicht etwa dem kommerziellen Interesse großer Konzerne, sondern sollen gesellschaftlich relevante Fragen beantworten, politische Entscheidungen unterstützen, öffentliche Beteiligung fördern und die Demokratie widerstandsfähiger machen.
Die Ringvorlesung „Computational Social Science“ im Wintersemester 2026/27 wird in jeder Sitzung ein gesellschaftliches Problem vorstellen und aufzeigen, mithilfe welcher digitalen Methoden die Fragestellung untersucht werden kann. Die Reihe startet am 16. Oktober. Dann stellt Martin Ulrich das SOUNDS-Projekt vor und erläutert, was hinter dem Begriff „Computational Social Science“ steckt.
Am 23. Oktober stellen Prof. Daniela Braun und Prof. Ingmar Weber die neuen Datenquellen vor, die durch die Verbindung zwischen Informatik und Sozialwissenschaften für gesellschaftswissenschaftliche Fragestellungen genutzt werden können – von Werbedaten auf sozialen Netzwerken bis zu Satellitenbildern.
Die englischsprachige Ringvorlesung richtet sich in erster Linie an Studierende sowie Gasthörerinnen und Gasthörer, jedoch steht sie auch alle anderen Interessierten offen.
Hintergrund:
Das Transformationsprojekt SOUNDS („Societal Observatory Using Novel Data Sources“) wird geleitet von Daniela Braun, Professorin für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Europäische Integration und Internationale Beziehungen, und Ingmar Weber, Alexander-von-Humboldt-Professor für Künstliche Intelligenz mit dem Forschungsgebiet Societal Computing. Die Landesregierung fördert SOUNDS seit 2025 mit 29 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds für Forschung und Wissenstransfer Saar. Das Projekt läuft bis August 2032.
Weitere Infos unter: www.uni-saarland.de/sounds
Weitere Informationen zur Ringvorlesung:
https://www.uni-saarland.de/forschen/sounds/veranstaltungen/ringvorlesung.html
Fragen beantwortet:
Dr. Martin Ulrich
Referent Graduiertenkolleg / Zertifikat SOUNDS
Tel.: +49 681 302-70784
martin.ulrich(at)uni-saarland.de

