Brückenkurse Gesamtübersicht Sommersemester 2022

Wichtige Hinweise:

  • Hier werden nur Veranstaltungen aufgeführt, die in der Verantwortung des ZelL liegen. Informationen zu Vorlesungen und Seminaren aus den Fachbereichen, entnehmen Sie bitte dem LSF oder der entsprechenden Fachbereichs-Homepage. LSF Online-Vorlesungsverzeichnis
  • Sie erhalten alle Informationen zu den digitalen Kursen des ZelL (Zugangslink, Code, etc.) per Mail ca. einen Tag vor Kursbeginn. Wichtig dabei ist, dass Sie sich für den Kurs über unser Anmeldeformular angemeldet haben und uns Ihre Mailadresse zur Verfügung stellen.
  • Die Anmeldung wird erst zu Semesterbeginn freigeschaltet!

 

Einführungsveranstaltung

Einführung in das (digitale) Gasthörerstudium

Sie stellen sich die Frage: „Warum nicht (noch einmal) studieren – zumindest ein bisschen?“. Dann sind Sie bei uns genau richtig! In dieser kostenlosen Informationsveranstaltung möchten wir Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten vorstellen, welche Ihnen im Rahmen eines Gasthörerstudium an der Universität des Saarlandes (UdS) zur Verfügung stehen.
Sie erhalten grundlegende Informationen und Tipps zum Gasthörerstudium an der UdS:

  • zu möglichen Lehrveranstaltungen wie z.B. Brückenkursen, regulären Vorlesungen in den Fachbereichen, Sprachkursen, Zertifikaten u.v.m.
  • zum Einstieg, dem Einschreib- und Anmeldeverfahren
  • zur Orientierung an der Universität des Saarlandes
  • zu den digitalen Plattformen Microsoft Teams und Moodle

Gerne beantworten wir Ihnen anschließend auch alle Ihre Fragen rund um das Gasthörerstudium. Wir freuen uns auf Sie!

Beratung: Jennifer Alaimo und Sandra Hofmann, M.A.
Zeit: Donnerstag, 31.03.2022 um 16:00 Uhr
Ort: Online-Kurs via MS Teams (Sie erhalten per Mail einen Link, mit dem Sie ganz einfach in die Veranstaltung gelangen.)
Anmeldung über das Anmeldeformular.

 

Altertumswissenschaften

BK 001: Fundstücke – Archäologische Originale

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:
Nicht nur in der Kunstgeschichte, auch in der Archäologie ist die intensive Betrachtung des Originalstücks von großer Bedeutung. Und nicht nur für die Kunst, auch für die Archäologie bietet das Saarland hochinteressantes Material. Ziel des Kurses ist eine Betrachtung und Auseinandersetzung mit Fundstücken vor Ort durch Museumsbesuche. An erster Stelle ist hier die Schausammlung des Museums für Vor- und Frühgeschichte zu nennen. Daneben sollen das Mosaik in der römischen Villa von Nennig oder die Fundorte Reinheim und Schwarzenacker auf dem Programm stehen.
Der Kurs soll, soweit möglich, als Präsenzveranstaltung abgehalten werden. Falls eine solche aufgrund der Corona-Situation nicht möglich ist, wird der Kurs Online-Rundgänge durch archäologische Sammlungen des weiteren Umkreises (Rheinland-Pfalz, Grand Est) geben. Eine Vorbesprechung mit Festlegung aller Termine und Treffpunkte wird online auf MS Teams am Dienstag, 26.04. um 10.00 ct stattfinden; der erste Kurstermin ist dann eine Woche später, am 03.05.22

Dozentin: Dr. Ulrike Bock
Zeit: 8 Termine dienstags ab dem 26.04.2022 von 10:15–11:45 Uhr
Ort: 1. Sitzung via MS Teams, weitere Termine in den Museen
LSF-Nr.: 135862
Semesterwochenstunden: 2

BK 002: Von Alexander bis Buddha – Afghanistan archäologisch

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Im Bewusstsein der Gegenwart erscheint Afghanistan vor allem als Schauplatz von Gewalt, Krieg und politischen Problemen, die erst kürzlich mit dem abrupten Ende des NATO-Einsatzes im Herbst 2021 wieder sehr präsent geworden sind. Weniger bekannt ist, dass das Land auch bedeutende archäologische Funde aus zahlreichen Epochen geliefert hat. So stammte sämtlicher Lapislazuli, der in den antiken Kulturen Ägyptens, Mesopotamiens, Griechenlands und Roms verarbeitet wurde, aus Badakhshan in Afghanistan. Durch den Zug Alexanders des Großen nach Indien kam das Land in Kontakt mit dem Hellenismus, der wiederum Einflüsse auf die buddhistische Kultur von Gandhara hatte. Letztere ist dann infolge der Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan durch die Taliban auch im europäischen Bewusstsein präsent geworden. Ziel des Brückenkurses wird es sein, einen Überblick über die Archäologie Afghanistans von den Anfängen bis in die Zeit der buddhistischen Kulturen zu geben. Je nach aktueller Corona-Lage ist er im Hybrid-Format mit der Möglichkeit zur Teilnahme in Präsenz oder Online bzw. als reiner Online-Kurs geplant.

Dozentin: Dr. Ulrike Bock
Zeit: 8 Termine donnerstags ab dem 28.04.2022, von 18:30–20:00 Uhr (Zeitangabe wurde aktualisiert)
Ort: Universität des Saarlandes Geb. A 4 2, SR 0.15 und Online via MS Teams
LSF-Nr.: 135864
Semesterwochenstunden: 2

BK 003: Mythos Olympia

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

In Olympia treffen in einzigartiger Weise Mythos und archäologische Zeugnisse aufeinander. Die antike Stadt Olympia befindet sich auf der griechischen Halbinsel Peloponnes und ist bis heute ein Besuchermagnet. Aus der kleinen eisenzeitlichen Weihestätte entwickelte sich ein bekanntes und vielbesuchtes panhellenisches Heiligtum. Denn hier war nicht nur die Geburtsstätte der noch heute stattfindenden Olympischen Spiele, der größten Sportveranstaltung, sondern gleichzeitig auch die größte Kultstätte für den Göttervater Zeus. Sportliche Wettkämpfe trafen so auf kultische Riten und verbanden sich innerhalb der Spiele zu einem gemeinsamen Spektakel.
Bereits seit dem Jahr 776 v. Chr., wie die antiken Überlieferungen zeigen, fanden die olympischen Spiele im Stadion des Heiligtums statt. Die Verehrung der Götter allerdings ist noch fast weitere 400 Jahre älter. Um den Ort und die Spiele ranken sich seit dem Altertum viele Mythen und Legenden, wie etwa die Gründung durch Zeus oder durch seinen Spross und Helden Herakles. Seit dem Jahr 1875 finden Grabungen statt. Diese fördern immer wieder neue Befunde zu Tage. Vom Deutschen Archäologischen Institut wurden die Gestalt, die Historie, die griechische Kultur sowie die Blütezeit der Stätte rekonstruiert und erschlossen. Das Gebiet des archäologischen Parks samt Museum bietet neben der Sportstätte viele Bauwerke, wie den großen Zeustempel, der einst eines der sieben Weltwunder der Antike beherbergte, den gut erhaltenen Heratempel, verschiedene Schatzhäuser sowie die Werkstatt des berühmtesten antiken Künstlers Phidias. Darüber hinaus findet sich eine Vielfalt an Bauornamentik, Skulpturen und Kleinkunst.

Dozentinnen: Francesca Brill/Laura Henrich
Zeit: 8 Termine mittwochs ab dem 04.05.2022 von 18:15–19:45 Uhr,
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136372
Semesterwochenstunden: 2

Ernährungswissenschaft

BK 004: Lecker-Schmecker Lebensqualität

Ernährungsbesonderheiten ab 60 Jahren Plus

Was sind die Besonderheiten bei der Ernährung von älteren Menschen? Im Alter wird die Ernährung mehr als je zuvor zu einer sozialen Institution. Es geht bei Seniorinnen und Senioren nicht bloß um Erkrankungen und das Vermeiden von unverträglichen oder nicht gesundheitsförderlichen Lebensmitteln, sondern vielmehr um das Dürfen und Können und den Erhalt der Lebensqualität. Seniorenernährung beinhaltet Teilnahme an der Gesellschaft und Empfang von Wertschätzung und Respekt.
In diesem Brückenkurs werden Sie an Ernährungsthemen mit besonderem Augenmerk auf die Seniorenernährung herangeführt. Der Kurs besteht aus zwei Terminen, wobei sich der erste Termin mit den Grundlagen der Seniorenernährung beschäftigt und der zweite Termin explizit die altersbedingten Einschränkungen und Krankheitsbilder aufgreifen wird.

Dozentin: Hannah Friedrich, B. Sc. Oecotrophologie, vertritt die Vernetzungsstelle Seniorenernährung im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz seit 01. Februar 2021. Sie war in den vergangenen zehn Jahren in der klinischen Beratung, Gemeinschaftsverpflegung und Hotellerie tätig.
Zeit: Montag 05.09.2022 und Freitag 09.09.2022 von 9.00–10:30 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136148
Semesterwochenstunden: 0

Geschichte und Politik

BK 005: Schlachten der Weltgeschichte 3

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Kriege, Schlachten, Gefechte, Scharmützel – seit Menschengedenken stellen sie immer wieder entscheidende Zäsuren in unserer Geschichte dar. Sie sind dabei keine isolierten Einzelereignisse oder klar abgrenzbare Ereigniskomplexe, sondern beeinflussen Gesellschaft, Kultur, Kunst, Ethik und viele weitere Felder ebenso, wie diese wiederum die Art und Weise mit gestalten, wie Kriege und Schlachten entstehen, gefochten und interpretiert werden. Als Einzelereignisse sollen sie im Kurs jedoch als Anker- und Ausgangspunkte für die Betrachtung solcher Entwicklungen, Komplexe und Beziehungsgeflechte dienen. Was machte die Schlachten des amerikanischen Bürgerkriegs so blutig, dass dieser bis heute die US-Gesellschaft beschäftigt? Waren mittelalterliche Schlachten tatsächlich ein so farbenprächtiges und ehrenwertes Schauspiel, wie uns in Darstellungen und Medien immer wieder vermittelt werden soll? Welche Auswirkungen hatten Konflikte vor unserer Haustür wie der Deutsch-Französische Krieg auf Nationen am anderen Ende der Welt, und was passiert mit einer Gesellschaft, die sich in Rekordzeit von Grund auf erneuert und diese Entwicklung nicht friedlich zu vollziehen vermag?
Diese und weitere Fragen möchte der Historiker Florian Deller mit den Teilnehmer*innen im Verlauf des Semesters behandeln und einen Blick weit über den Tellerrand europäischer Ereignisse mit ihnen werfen.

Dozent: Florian Deller
Zeit: 8 Termine dienstags ab dem 26.04.2022 von 16:15–17:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135867
Semesterwochenstunden: 2

BK 006: Historische Persönlichkeiten aus der Großregion 3

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Die Großregion – ein modernes politisches Konstrukt, das einen Staat, eine Region, eine Teilregion und zwei Bundesländer umfasst und auf die Menschen oft sehr anonym und gesichtslos wirkt. Historisch betrachtet finden sich zwischen den beteiligten Regionen und Landschaften Saarland, Lothringen, Luxemburg, Wallonie und Rheinland-Pfalz vielschichtige Verbindungen und Beziehungen; die modernen Grenzen werden von verschiedensten historisch gewachsenen Grenzlinien einerseits, Vernetzungen andererseits überlagert. Zahlreiche interessante Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart wurden hier geboren oder haben hier gewirkt, haben hier wichtige Abschnitte ihres Lebens verbracht und Prägungen erfahren. Jede von ihnen gibt der Großregion ein individuelles Gesicht. In diesem Brückenkurs sollen daher in den nächsten Semestern bekanntere und unbekanntere Personen aus der Großregion vorgestellt werden.

Termine:

  • 27.04.2022      Dr. Sabine Penth: Jeanne d’Arc, die „Jungfrau von Orléans“ (1412–1431)

  • 04.05.2022      Florian Deller: „Le brave des braves“: Maréchal Michel Ney (1769–1815)

  • 11.05.2022      Bodo Bost: Die Brüder Gottfried und Walter Sender aus Tholey, zwischen deutschem Patriotismus und Rückgliederung der Saar an Frankreich

  • 18.05.2022      Bodo Bost: Die Brüder Edmund (1882–1938) und Arnold Scheuer (1886–1962) aus Saarwellingen, zwischen pazifistischen Sozialismus und jüdischem Zionismus

  • 25.05.2022      Franz-Josef Schäfer: Die jüdische Familie Weiler/Behr aus Homburg, Zeitzeugen des Ersten Weltkrieges

  • 01.06.2022      Bodo Bost: Adolphe Bastendorff (1884–1921) aus Diekirch, Ingenieur beim Bau der Bagdadbahn und Zeuge des Genozids an den Armeniern

  • 08.06.2022      Anika Meyer: Der Maler Walter Bernstein (1901–1981)

  • 15.06.2022      Dr. Sabine Penth: Gefangener auf dem Trifels: Der englische König Richard Löwenherz (1157–1199)

Dozentin/Moderation: Dr. Sabine Penth
Zeit: 8 Termine mittwochs ab dem 27.04.2022 von 12:15–13:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
Semesterwochenstunden: 2

BK 007: Erinnerungskultur – Erinnerungspolitik

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Verdrängen, vergessen, verschweigen – die deutsche Erinnerung an Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg hat selbst eine Geschichte. Eine intensive Auseinandersetzung und Aufarbeitung setzte erst zögerlich ein, das Thema wurde zunächst weitgehend totgeschwiegen. In den vergangenen Jahrzehnten wandelte sich die Erinnerungskultur, die Verantwortung, die sich aus der Vergangenheit ableitet, ist mittlerweile Teil der deutschen „Staatsräson“. Mit dem Untergang des SED-Regimes rückten zudem neue Themen in den Fokus, v. a. beeinflusst durch die Rolle der Massenmedien. Wie steht es um die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit und welche Rolle spielt die Vergangenheit in der Gegenwart? In diesem Brückenkurs wollen wir Wegmarken und Schlüsseltexte der deutschen Erinnerungskultur kennenlernen und diskutieren sowie der Frage nachgehen, woher das „neue Unbehagen an der Erinnerungskultur“ (Aleida Assmann) stammt.

Dozent: Dr. Torsten Mergen
Zeit: 8 Termine, mittwochs, ab dem 27.04.2022 von 14:15–15:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams und Moodle
LSF-Nr.: 136092
Semesterwochenstunden: 2

BK 008: Von Sankt Petersburg bis Kairo

Auszüge aus der Geschichte des Ostens

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Wenn man über Geschichte liest, dann oft über die Geschichte Englands, Frankreichs oder Deutschlands – der Osten wird aber mit Ausnahme Russlands oft vernachlässigt. Aber selbst bei Russland liegt das Augenmerk eher auf den Kontakt mit dem Kern von Europa als auf den Osten dieses riesigen Reiches. Die Geschichte dieser Regionen ist aber, so fremd sie uns vielleicht ist, nicht minder vielfältig als unsere. In diesem Brückenkurs werden wir uns verschiedene Beispiele aus der Geschichte Russlands, des Mittleren und des Nahen Ostens anschauen und so hoffentlich neue Horizonte offenbaren. Wir werden eintauchen in die Entdeckung und Eroberung Sibiriens, uns den Verfall ehemaliger Hochkulturen anschauen und auf den Einfluss fremder Kulturen auf die Geschichte Ägyptens blicken.

Dozent: Elias Harth
Zeit: 8 Termine donnerstags ab dem 28.04.2022 von 14:15–15:45 Uhr
Ort: Online Kurs, via MS Teams
LSF-Nr.: 136093
Semesterwochenstunden: 2

BK 009: Politischer Diskussions-Club

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

„Die politische Diskussionskultur geht den Bach runter.“ „Wir können nicht mal mehr miteinander reden.“ Solche Aussagen hört man in den letzten Jahren häufiger und nicht zuletzt die Pandemie und der Umgang damit in Gesellschaft und Politik (Schutzmaßnahmen, Lockdowns, Impfpflicht etc.) führen statt zu mehr Diskussion eher zu verhärteten Fronten – mehr Monolog, weniger Dialog – egal ob auf der Straße, in den Medien oder in der Familie. Zeit, den Dialog zu stärken, wenn schon nicht in Präsenz, dann zumindest online.
Diese Veranstaltung soll ohne konkrete inhaltliche Vorgaben starten. Gemeinsam möchten wir über das diskutieren, was gerade in Deutschland und der Welt passiert. Politik, Religion, Kultur – jede:r Teilnehmer:in bringt seine/ihre Expertise bzw. Kenntnisse aus der Tagespresse ein, ergänzt durch den Dozenten. In jeder Veranstaltung verständigen wir uns auf das Thema für die nächste Sitzung.

Dozent: Christian Kiefer M.A.
Zeit: 8 Termine dienstags ab dem 03.05.2022 von 18:00–19:30 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135866
Semesterwochenstunden: 2

BK 010: Koalitionen in der BRD – Bildung, Management und Krisen von Koalitionsregierungen

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Nicht erst seit der 2021 gebildeten Ampel-Koalition auf Bundesebene prägt die Bildung von Regierungskoalitionen das politische System der Bundesrepublik Deutschland. Zweier- und Dreier-Koalitionen (u. a. Große, Kenia- und Jamaika-Koalitionen auf Landes- und Bundesebene) sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der zeitgeschichtlichen und politikwissenschaftlichen Forschung gerückt. Im Zentrum der acht Doppelstunden stehen daher Fragen wie: Welche Merkmale prägten und prägen das Regieren in Koalitionen seit 1949 und welche Perspektiven lassen sich für die Zukunft erkennen? Was kennzeichnet Koalitionsverhandlungen und wie kann die Spieltheorie beim Verstehen der Ergebnisse helfen? Warum scheitern Koalitionsverhandlungen und Koalitionen? Welche Bedeutung kommt der politische Führung und dem Koalitionsmanagement zu (und was kann man aus der Regierungszeit von Angela Merkel darüber lernen)?

Dozent: Dr. Torsten Mergen
Zeit: 8 Termine, donnerstags, ab dem 05.05.2022 von 14:15–15:45 Uhr
Ort: Universität des Saarlandes, Gebäude A4 2, SR 0.15
LSF-Nr.: 136098
Semesterwochenstunden: 2

BK 011: Das Risorgimento. Italiens Weg zum Nationalstaat

Seit dem Ende des weströmischen Reiches war Italien stets politisch in unterschiedliche staatliche Gebilde zersplittert. Verschiedenste Reiche, konkurrierende kommunale Stadtstaaten, Signorien und Fürstentümer prägten zusammen mit dem Kirchenstaat die Geschichte des Landes. Dennoch entstand unter dem Eindruck der Französischen Revolution und der nationalen Bewegungen überall in Europa in der italienischen Bildungselite, basierend auf dem Mythos einer seit Jahrhunderten auf einen Nationalstaat zustrebenden italienischen Geschichte, der Wunsch, die nun als Joch der Fremdherrschaft wahrgenommenen und propagierten Herrschaften der Bourbonen und Habsburger abzuschütteln und einen eigenen Nationalstaat zu schaffen.
Der Kurs betrachtet die Geschichte Italiens von der Französischen Revolution bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und nimmt dabei die politischen Faktoren ebenso in den Blick wie die historischen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe der Entstehung des italienischen Nationalstaates.

Dozentin: Dr. Sabine Penth
Zeit: 8 Termine mittwochs ab dem 08.06.2022 von 14:15–15:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136090
Semesterwochenstunden: 2

BK 012: Aus dem Archiv in die Forschung. Mittelalterliche Urkunden verstehen

In unseren Archiven liegt eine große Menge an bislang unbekannten Schriftstücken. Solche Originale in den Händen zu halten und als erste*r Forscher*in wissenschaftlich zu untersuchen, birgt einen besonderen Reiz, aber auch eine besondere Herausforderung. Bedeutsame Schriftstücke für das Mittelalter sind Urkunden. Im digitalen Brückenkurs „Aus dem Archiv in die Forschung. Mittelalterliche Urkunden verstehen“ lässt sich erlernen, welche Arbeitsschritte notwendig sind, um Urkunden wissenschaftlich zu erschließen. Anhand von Beispielen werden Techniken wie das Beschreiben von Schriftstücken und Siegeln, das Entziffern mittelalterlicher Schrift, das Verstehen des Urkundentextes und die Recherche zu bereits existierender Forschung erklärt und eingeübt. Dabei kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz und es werden zahlreiche Hilfestellungen und Rückmeldungen angeboten. Der Kurs beinhaltet zudem Erklärvideos und ermöglicht allen Interessierten einen einfachen Einstieg in die Forschung im Archiv und darüber hinaus. Die im Kurs behandelten Urkundenbeispiele sind Königs- und Kaiserurkunden des Luxemburger Herrschers Heinrich VII. Sie stammen aus dem zugehörigen, an der Universität des Saarlandes angesiedelten, Forschungsprojekt „Regesta Imperii“. Grundkenntnisse der lateinischen Sprache sind erforderlich, da dies die primäre Schriftsprache des Mittelalters war.

Dozent: PD Dr. Dr. Christian Vogel
Zeit: 4 Termine ab dem 25.04.2022
Ort: Online Kurs via Moodle
LSF-Nr.: 136954
Semesterwochenstunden: 1

Islamische Welt

BK 013: Eine kleine Einführung in die arabische Kultur und Sprache

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Die arabische Sprache wird von rund 350 Muttersprachlern und über 300 Millionen Zweitsprachlern gesprochen – womit es eine der am meisten gesprochenen Sprachen ist, eigentlich nur überboten durch Mandarin und Englisch. Uns in Europa ist diese Sprache aber meist noch fremd, oft nur verbunden mit Begriffen aus dem Koran und vielleicht der arabischen Küche. Ein weiteres „Problem” für uns ist die Schrift, die uns vollkommen fremd ist. In diesem Brückenkurs wollen wir uns deswegen die Grundlagen dieser Sprache und Schrift anschauen, sodass diese am Ende nicht mehr ganz so fremd ist. Hoffentlich werden Sie dann Worte wie حلال oder مرحباً lesen können.
Mit der Sprache eng verbunden ist die Kultur, weshalb diese beiden Punkte eigentlich nicht voneinander zu trennen sind. Deswegen werden wir uns auch den Koran, die Küche und die Musik anschauen und so in die Kultur von 1000 und eine Nacht eintauchen – auch wenn es riesige Unterschiede der Kultur zwischen Syrien und Marokko gibt. Aber das werden wir uns dann während des Kurses anschauen.

Dozent: Elias Harth
Zeit: 8 Termine mittwochs ab dem 27.04.2022 von 16:15–17:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136100
Semesterwochenstunden: 2

BK 014: Nachgehakt – Die islamische Welt im Fokus. Wege zwischen Orient und Okzident

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Seit dem 11. September sind die Islamische Welt, der Islam und seine radikalen Ausprägungen in Gestalt von Islamismus und islamistischem Terror verstärkt ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gerückt. Allerdings handelte es sich damals noch eher um eine Frage der „großen Politik”. Die Flüchtlingswelle im Gefolge des Arabischen Aufstands und insbesondere des Syrienkriegs hat jedoch dazu geführt, dass die Thematik nicht mehr von rein akademischem Interesse und „weit weg” ist, sondern direkt in Deutschland angekommen. Fast jeder wird in seinem unmittelbaren Umfeld beruflich oder privat mit Zuwanderern aus dem islamischen Raum konfrontiert. Unkenntnis der fremden Kultur und Religion erzeugt Unsicherheit, die entweder zu Angst vor dem Fremden oder auch zu falscher Rücksichtnahme führen kann; beides aber steht einer Integration der Zuwanderer eher im Wege und ist zudem dem gesamtgesellschaftlichen Klima abträglich. Orientalisten, Religionswissenschaftler und Historiker können hier Abhilfe schaffen, indem sie solide Kenntnisse über die islamische Welt, ihre Geschichte, Religion, Kultur(en) und Sprachen vermitteln. So können die Geisteswissenschaften einen wichtigen Beitrag in der aktuellen politischen Diskussion leisten.
Im Sommersemester werden Wege und Verbindungen zwischen Orient und Okzident im Mittelpunkt unserer Betrachtungen stehen. Dabei soll sich der Blick nicht nur auf materielle Wege richten, vielmehr sollen auch die Menschen, Dinge und Ideen thematisiert werden, die ausgetauscht wurden. Wir werden uns zum Beispiel mit christlichen und islamischen Pilgerwegen und -stätten beschäftigen, mit bekannten Handelswegen wie der Seidenstraße und der Weihrauchstraße, aber etwa auch mit der Geschichtensammlung „Tausendundeine Nacht”, die ihren Weg von Indien über Persien und die arabische Welt nach Europa – und wieder zurück – fand.

Termine:

  • 12.05.2022      Ralf Krautkrämer: Goethe und der Orient
  • 19.05.2022      Ralf Krautkrämer: 1001 Nacht. Der Weg einer Geschichtensammlung von Indien über den Orient nach Europa – und wieder zurück

  • 26.05.2022      Christi Himmelfahrt (keine Sitzung)

  • 02.06.2022      Ralf Krautkrämer: Die „Arabische Reise“ von Carsten Niebuhr (1761–1767)

  • 09.06.2022      Elias Harth: Unterwegs auf der Seidenstraße. Der englische Kaufmann Antony Jenkinson (1530–1611)

  • 16.06.2022      Fronleichnam (keine Sitzung)

  • 23.06.2021      Dr. Sabine Penth: Die Reise nach Jerusalem. Mittelalterliche Pilgerwege ins Heilige Land

  • 30.06.2022      Dr. Hans-Ulrich Kühn: Pilgerfahrten im Islam (1)

  • 07.07.2022      Dr. Hans-Ulrich Kühn: Pilgerfahrten im Islam (2)

  • 14.07.2022      Dr. Hans-Ulrich Kühn: Die Weihrauchstraße (1)

  • 21.07.2022      Dr. Hans-Ulrich Kühn: Die Weihrauchstraße (2)

Dozentin/Moderation: Dr. Sabine Penth
Zeit: 9 Termine donnerstags ab dem 12.05.2022 von 19:00–20:30 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136101
Semesterwochenstunden: 2

Kunstgeschichte

BK 015: Eine kleine Berliner Kunstgeschichte

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Wer die Stadt Berlin im Spiegel ihrer Baukunst gründlicher kennenlernen möchte, für den bietet sich dieser Brückenkurs an. Aus der Fülle des dort Gebotenen gilt es natürlich eine Auswahl zu treffen: So wird etwa die Museumsinsel zwar eine wichtige Rolle spielen, dagegen bleiben die dortigen Sammlungen aber zunächst ausgeklammert, was durch künftige Veranstaltungen aber nachgeholt werden soll. Die Baugeschichte der Profan- und Sakralbauten vom Mittelalter bis in die Moderne steht im Mittelpunkt, das Werden und Vergehen einzelner Gebäude und die städtebaulichen Gegebenheiten. Die Kunst, die Denkmäler, die sich mit der Stadt verbinden, Schlüter, Schinkel und Scharoun gilt es kennenzulernen, aber auch die Neu- und Umbauten der Gegenwart – gerne auch kritisch befragt. Der Kurs findet online statt, via Microsoft Teams.

Dozent: Dr. Bernhard Wehlen
Zeit: 8 Termine, montags, ab dem 25.04.2022 von 10:15–11:45 Uhr
Ort: Online Kurs, via MS Teams
LSF-Nr.: 135871
Semesterwochenstunden: 2

BK 016: Kunst in den USA

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

In der sechsteiligen Vortragsreihe sollen Kunstströmungen aus den USA vorgestellt werden. Während die amerikanische Kunst im 19. Jahrhundert sich sehr stark an Europa orientierte, entwickeln sich im 20. Jahrhundert eigenständige künstlerische Positionen. Ab den 1950er Jahren ist es häufig die europäische Kunst, die sich an amerikanischen Strömungen orientiert.
Montag, 25. April 2022: Architektur in den USA
Montag, 09. Mai 2022: Kunst in den USA: Das 19. Jahrhundert
Montag, 23. Mai 2022: Kunst in den USA: Der Beginn des 20. Jahrhunderts
Montag, 13. Juni 2022: Kunst in den USA: Die 1940er und 1950er Jahre
Montag, 27. Juni 2022: Kunst in den USA: Pop Art, Hard Edge, Realismus
Montag, 11. Juli 2022: Kunst in den USA: Kunst der Gegenwart

Dozent: Wolfgang Birk
Zeit: 6 Termine montags ab dem 25.04.2022 von 16:15–17:45 Uhr
Ort: Universität des Saarlandes, Gebäude A4 2, SR 0.15
LSF-Nr.: 135868
Semesterwochenstunden: 2

BK 017: Kunst – Spiegel der Wirklichkeit?

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Wirklichkeit ist ein wegen seiner Komplexität schwer zu fassender Begriff. Individuell hängt deren Wahrnehmung u. a. von der physischen, seelischen, sozialen und ökonomischen Befindlichkeit des Menschen ab. Hinzukommen übergeordnete Faktoren wie politisches System und dessen Situation, z. B. Frieden oder Krieg, sonstige Bedrohungen (aktuell: Pandemie), darüber hinaus Weltanschauung(en), Religion(en). Wie die Geschichte lehrt, sind solche Bedingungen nie stabil, sondern in stetigem Wandel begriffen.
Ob und inwieweit künstlerisches Schaffen diese Verläufe reflektiert, kann am Besten beobachtet werden, wenn man die Sicht auf bestimmte Lebensbedingungen, z. B. Familie, Arbeit, Ernährung, Freizeit, aber auch die dunklen Seiten des Daseins wie Krieg, Krankheit und Tod im Verlauf der Geschichte anhand von bildlichen Darstellungen verfolgt – und vergleicht. Gerade der Vergleich erweist sich als ergiebiges und darüber hinaus auch spannendes Verfahren, um die Verschiebungen in den Wertigkeiten zu erfassen, die oft auch mit stilistischen Veränderungen und Innovationen einhergehen. Er bietet also überraschende und vor allem vertiefende Einsichten!

Dozent: Michael Wack
Zeit: 8 Termine montags ab dem 25.04.2022 von 18:00–19:30 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135874
Semesterwochenstunden: 2

BK 018: Europäische Baukunst: Architektur im Zeitalter von Aufklärung und Industrialisierung

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

In diesem Kurs werden Grundlagen der Architektur vermittelt. Neben einer kurzen Einführung in allgemeine baukünstlerische Aspekte geht es diesmal um Klassizismus, Romantik und Stilpluralismus. Parallel dazu, jedoch unter dem Aspekt der Stilkunde weniger leicht zu fassen, gibt es die Ingenieurbaukunst, wie sie sich zunächst im Brückenbau manifestiert. England gebührt dabei fraglos die Führungsposition, schnell werden dort aus den ersten „Eisenverrückten“ Eisenbahnpioniere oder Bahnhofskonstrukteure. Technische Meisterleistungen und Ästhetik, wie passt dies zusammen? Erst für die Moderne wird sich dieser scheinbare Widerspruch auflösen. Und das späte 20. Jahrhundert wird schließlich einige dieser schön-nützlichen Zweckbauten unter Denkmalschutz stellen – erst, nachdem allzu viele bereits verschwunden sind. Der Kurs findet online statt, via Microsoft Teams.

Dozent: Dr. Bernhard Wehlen
Zeit: 8 Termine freitags ab dem 29.04.2022 von 10:15–11:00 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135870
Semesterwochenstunden: 2

BK 019: Originale in Saarbrücken

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Dieser Brückenkurs – es werden zwei gleichlautende Kurse mit jeweils beschränkter Teilnehmerzahl angeboten – beschränkt sich auf die Bau- und Kunstwerke der Landeshauptstadt. Die Anschaulichkeit von Kunstwerken steht dabei im Mittelpunkt der Veranstaltung. Fernreisen sind dazu nicht nötig – hochrangige Kunst lässt sich auch in Saarbrücken erleben, im Museum wie im öffentlichen Raum. Straßen, Plätze und Häuser aus veschiedensten Epochen gilt es zu entdecken und zu befragen, natürlich auch Kirchen mitsamt den ihnen eigenen Kunstschätzen. Die Sammlung und die Ausstellungen des Saarlandmuseums bilden auch diesmal wieder einen Schwerpunkt.

Bitte entscheiden Sie sich bei der Kursanmeldung für einen der beiden Kurse, zu dem von Ihnen bevorzugten Termin, um nicht Plätze für andere Interessierte zu blockieren! Sollte einer der beiden Kurse zu stark belegt und im anderen noch Plätze frei sein, kontaktieren wir Sie!

Bitte beachten Sie, dass der Dienstags-Kurs – anders als ursprünglich angekündigt – erst am 5. Juli beginnt, um Termin-Überschneidungen mit anderen Kursen zu vermeiden!

Dozent: Dr. Bernhard Wehlen
Zeit: jeweils 8 Termine:
Kurs 1: jeweils freitags, ab dem 01.07.2022, von 10:15–11:45 Uhr
Kurs 2: jeweils dienstags, ab dem 05.07.2022, von 10:15–11:45 Uhr
Treffpunkt:
Kurs 1: Am 01.07. um 10:15 Uhr, Moderne Galerie des Saarlandmuseums, Bismarckstr. 11–15
Kurs 2: Am 05.07. um 10:15 Uhr, Moderne Galerie des Saarlandmuseums, Bismarckstr. 11–15
LSF-Nr.: 135873
Semesterwochenstunden: 2

Literatur und Sprache

BK 020: Lesezirkel: Historische Romane und Novellen

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Nach Vorbild der bekannten Lese- oder Literaturkreise soll ein Kreis Literaturinteressierter ins Leben gerufen werden, der sich über die kommenden Semester jeweils einem literarischen Schwerpunktthema widmet und gemeinsam bekannte und unbekanntere Werke der (Welt-)Literatur liest und gemeinsam diskutiert. Im Sommersemester sollen zunächst Historische Romane und Novellen von Autoren wie Conrad Ferdinand Meyer, Stefan Zweig, Lion Feuchtwanger und Walter Scott in den Blick genommen werden; die Teilnehmenden können im Laufe des Kurses gerne weitere eigene Lektürevorschläge einbringen. Zum Vergleich können auch Werke, die eher zum Bereich der Trivialliteratur gehören, herangezogen und gemeinsam gelesen und besprochen werden.

Der Ersttermin dient dem gegenseitigen Kennenlernen und der Absprache der weiteren Termine; bei dieser Gelegenheit wird auch die erste gemeinsame Lektüre bekanntgegeben.

Dozentin: Dr. Sabine Penth
Zeit: 6 Termine, Ersttermin: Montag der 25.04.2022 von 19:00–21:00 Uhr, weitere Termine im ca. vierwöchigen Rhythmus in Absprache mit den Teilnehmenden
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136102
Semesterwochenstunden: 2

BK 021: Autobiographie – Schreiben eigener Texte und Analyse ausgewählter Lebensgeschichten

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Durch Analyse und Vergleich fremder Autobiographien werden die Kursteilnehmer/-innen die jeweiligen literarischen Spielarten von autobiographischem Schreiben und die Vielfalt dieses Genres kennen lernen. Sichtbar werden die fließenden Grenzen zwischen Wahrheit und Dichtung und die Möglichkeiten von Offenbarung und Verbergen im Sinne des Authentischen. Methoden zur Rekonstruktion des eigenen Lebenslaufes und der Familiengeschichte, wie sie in der Familientherapie üblich sind, sollen helfen, eigene Themen zu entwickeln. Außerdem liefert die Kursleiterin Hilfestellungen bei der Überwindung eventueller Schreibblockaden. Die entstehenden autobiographischen Texte der Teilnehmer/innen werden analysierend besprochen, aber nicht bewertet; jeder soll seinen einzigartigen Ressourcen auf die Spur kommen und zu seiner spezifischen Ausdrucksweise finden. Ziel der Veranstaltung ist die Ermutigung der Kursteilnehmer/innen, einen kleinen, eigenen autobiographischen Text über einen bestimmten Lebensabschnitt so zu vollenden, dass er den eigenen literarischen, künstlerischen Ansprüchen genügt.

Dozentin: Uschi Schmidt-Lenhard, M.A.
Zeit: 7 Termine, dienstags ab dem 26.04.2022 von 17:15–18:45 Uhr, die weiteren Termine werden im Seminar bekannt gegeben.
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136103
Semesterwochenstunden: 2

BK 022: Odysseus/Ulysses: Homer und James Joyce

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Einer der berühmtesten Romane der Weltliteratur ist Ulysses von James Joyce, dessen Publikation sich 2022 zum hundertsten Male jährt. Er gilt als Höhepunkt der klassischen Moderne. Gelesen hat ihn aber kaum jemand. Oder die Lektüre wurde nach wenigen Seiten beendet. Zu lang? Zu schwierig? Der Brückenkurs soll all denen helfen, die Lektüre erstmalig oder zum erneuten Male anzugehen und zu Ende zu führen! Ergänzend wird die Odyssee von Homer gelesen, denn Joyces Roman ist eine moderne Variante des klassischen Epos, die ständig Bezug darauf nimmt. Die Hauptfigur, Leopold Bloom, ist ein moderner Odysseus im Dublin des frühen 20. Jahrhunderts.

  • Textausgabe: die Übersetzung von Hans Wollschläger (Suhrkamp-Verlag).

Dozent: Kerst Walstra, M.A.
Zeit: 11 Termine donnerstags, ab dem 28.04.2022 von 16:00–18:30 Uhr

Achtung: Dieser Kurs ist ein Hybrid-Kurs! Sie können sich also frei entscheiden, ob Sie online oder in Präsenz teilnehmen!
Ort: Universität des Saarlandes, Campus A4 2, Raum 0.15
LSF-Nr.: 135875
Semesterwochenstunden: 3

BK 023: Dialekte in Deutschland – Entstehung, Gegenwart, Zukunft

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

In vielen Regionen Deutschlands werden Dialekte gesprochen, oft ganz selbstverständlich und auch selbstbewusst. Nicht selten aber werden Dialekte mit ihren eigenen sprachlichen Regeln, die erheblich von der Standardsprache abweichen können, auch als trennend erfahren, da sie als nur schwer verstehbar empfunden werden. Wie konnte es aber überhaupt zu der über Jahrhunderte andauernden Ausbildung von Dialekten kommen? Dieser Frage wird sich der erste Teil des Seminars widmen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Rhein- und Moselfränkischen, die das Saarland und seine Nachbarlandschaften prägen. Wie nun entwickeln sich Dialekte heute, unter dem Einfluss erhöhter Mobilität, Stadt-Land-Gefälle und vor allem der Medien? Sind die Dialekte gar ‘vom Aussterben’ bedroht, wie gelegentlich befürchtet? Auch diese Themen werden wir erörtern.

Dozentin: Dr. Christa Jochum-Godglück
Zeit: 8 Termine, dienstags ab dem 03.05.2022 von 10:15–11:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135941
Semesterwochenstunden: 2

BK 024: Eine kleine Einführung in die russische Kultur und Sprache

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Historisch ist Russland eng verbunden mit Deutschland, aber nicht nur auf Ebene der Herrscher. Wussten Sie etwa, dass es eine ganze Reihe von deutschen Wörtern im Russischen gibt? Бутерброд etwa würden wir verstehen, denn es heißt einfach Butterbrot – wobei ein eigentliches Butterbrot Бутерброд с маслом wäre. Also ein Butterbrot mit Butter. Das Russische, so fremd es für unsere Ohren klingen mag, hat überhaupt viele Verbindungen zu europäischen Sprachen. Weniger fremd klingen beziehungsweise besser gesagt sehen die kyrillischen Buchstaben für uns aus. CCCP, die kyrillische Schreibweise der UdSSR wird bei uns oft einfach als CCCP vorgelesen – doch richtig wäre es mit lateinischen Buchstaben folgendermaßen: SSSR.
In diesem Brückenkurs wollen wir uns neben der Schrift und der Sprache aber auch die Kultur dieses vielfältigen Landes anschauen – denn Russland ist mehr als Putin, Wodka und Bären. Politik darf aber natürlich auch nicht fehlen, denn noch immer ist der riesige Vielvölkerstatt einer der wichtigsten politischen Akteure der Welt.

Dozentin: Ellina Rudakova
Zeit: 4 Termine mittwochs ab dem 22.06.2022 von 16:15–17:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136104
Semesterwochenstunden: 2

BK 025: Die älteste indoeuropäische Sprache

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Eine „Rückkehr des Lateinunterrichtes“, das heißt die wieder wachsende Beliebtheit des Faches Latein, wird in unserer Zeit immer wieder, oft mit Überraschung, festgestellt. Latein ist aber keinesfalls die älteste indoeuropäische Sprache, die wir kennen und verstehen können. Bereits ein Jahrtausend zuvor wurde mit dem in Keilschrift geschriebenen Hethitischen in Anatolien eine weitere Sprache aus dieser Sprachgruppe verschriftet; auch ihre Texte sind für moderne Leser zugänglich. Sie sind interessant, sowohl als Originalquellen für die Erschließung der Geschichte und Kultur der Hethiter, als auch für eine Auseinandersetzung mit den Ursprüngen der noch heute in Europa lebenden Sprachen. Der Kurs wird die Grundzüge der hethitischen Sprache vorstellen und sich der Lektüre von Originaltexten widmen, das Kursniveau wird sich dabei nach dem Kenntnisstand der Teilnehmenden richten. Da die Texte in moderner Umschrift vorliegen, wird die größte Hürde auf dem Weg zur hethitischen Sprache, das mühsame Erlernen der zahlreichen Keilschriftzeichen, weitgehend vermieden. Je nach aktueller Corona-Lage ist er im Hybrid-Format mit der Möglichkeit zur Teilnahme in Präsenz oder Online bzw. als reiner Online-Kurs geplant.

Dozentin: Dr. Ulrike Bock
Zeit: 8 Termine donnerstags ab dem 07.07.2022 von 18:15–19:45 Uhr
Ort: Universität des Saarlandes, Geb. A4 2, SR 0.15, und Online via MS Teams
LSF-Nr.: 135942
Semesterwochenstunden: 2

Persönlichkeitsentwicklung

BK 026: Raus aus dem Stress!

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Wie Sie Ihre Lebenszeit effizient und sinnvoll nutzen, sowohl beruflich wie auch privat, darum geht es in diesem Seminar. Die Zeit ist unser kostbarstes Gut. Sie vergeht und kommt nie wieder zurück! Wie schafft man es, Gelassenheit zu entwickeln und Druck abzubauen, um entspannter mit Stress umgehen zu können für ein glücklicheres Leben? Lernen Sie mit Hilfe einfacher Praxistipps sich selbst in anspruchsvollen Situationen zu unterstützen und gut für sich zu sorgen.

Dozentin: Patricia Hilbig, zertif. Business- und Gesundheitscoach (ECA), Krisen- und Trauerbegleiterin
Zeit: 3 Termine dienstags 07., 21. und 28.06.2022, jeweils von 17:15–18:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135885
Semesterwochenstunden: 1

Dieser Kurs ist Teil von fit4more – gesund studieren, der Studentischen Gesundheitsförderung an der Universität des Saarlandes.

BK 027: Krisen positiv meistern

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Belastende Ereignisse wie eine Scheidung oder Trennung, eine Kündigung des Arbeitsplatzes oder des Lebensraumes, eine ernsthafte Erkrankung oder große Angst, krank zu werden, eine Veränderung, ein plötzlicher oder bevorstehender Tod von nahestehenden Angehörigen, sowie Betroffenheit oder Anwesenheit bei schweren Unfällen oder gewaltvollen Übergriffen rufen bei den meisten Menschen eine Schockreaktion hervor und konfrontieren sie mit einer plötzlichen Veränderung ihres Lebens.
In diesen Krisensituationen fühlen sich die meisten Menschen existenziell bedroht und empfinden diese als eine akute Krise und als eine Erschütterung ihres gesamten Glaubens- und Weltbildes. In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit einem positiven Umgang mit existentiellen Krisensituationen. Sie erhalten viele hilfreiche praktische Tipps und lernen Methoden kennen, die Ihnen dabei helfen, gestärkt aus Krisen hervorzugehen.

Dozentin: Patricia Hilbig, zertif. Business- und Gesundheitscoach (ECA), Krisen- und Trauerbegleiterin
Zeit: 3 Termine donnerstags 09., 23. und 30.06.2022, jeweils von 17:15–18:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135887
Semesterwochenstunden: 1

Dieser Kurs ist Teil von fit4more – gesund studieren, der Studentischen Gesundheitsförderung an der Universität des Saarlandes.

BK 028: Endlich frei im Kopf

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Wenn wir uns im Inneren friedlich und ausgeglichen fühlen, dann kommt uns das Leben leicht vor und wir fühlen uns frei und glücklich. Doch wie oft befinden wir uns in solch einem inneren Zustand? Die meisten Menschen stehen unter großem Druck, Erwartungen gerecht zu werden, sei es beruflich oder privat. In diesem Seminar lernen Sie in Theorie und Praxis wie Sie es schaffen, zu innerer Zufriedenheit zu gelangen und sich von dem Drang nach Perfektion und Optimierung zu befreien.

Dozentin: Patricia Hilbig, zertif. Business- und Gesundheitscoach (ECA), Krisen- und Trauerbegleiterin
Zeit: 3 Termine montags 13., 20. und 27.06.2022, jeweils von 17:15–18:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135889
Semesterwochenstunden: 1

Dieser Kurs ist Teil von fit4more – gesund studieren, der Studentischen Gesundheitsförderung an der Universität des Saarlandes.

BK 029: Erfolgreich altern – aber wie?

– Wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen Perspektiven

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Möglichst lange gesund und aktiv zu sein gehört zum Wunsch Nr. 1 der meisten Menschen. Auch wenn wir nicht auf alle Voraussetzungen Einfluss haben, diesen Wunsch Realität werden zu lassen - so gibt es dennoch Optionen, unser Leben dahingehend zu gestalten, dass wir im auch im Altern glücklich und zufrieden unseren Alltag gestalten können. Dieses Seminar zeigt u. a. auf der Basis von Erkenntnissen der Wissenschaft die Rahmenbedingungen für ein „erfolgreiches“ Altern auf und beschäftigt sich mit der Frage, welche spezifischen personalen Merkmale und Eigenschaften ein erfolgreiches Altern ermöglichen.
Wir blicken zudem intensiv auf die Bereiche „Erhaltung der Gesundheit“, „Gestaltung sozialer Beziehungen“, Förderung der geistigen Fitness“. Sie erhalten im Seminar Impulse diese Lebensphase aktiv und zufrieden zu genießen.

Dozentin: Prof. Dr. Gabriele Hoppe, Erziehungswissenschaftlerin und Dipl. Sozialpädogin
Zeit: Freitag, den 26.08.2022 von 13:30 bis 19:00 Uhr und Samstag, den 27.08.2022 nach Absprache
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136119
Semesterwochenstunden: 1

Philosophie

BK 030: Henry David Thoreau über zivilen Ungehorsam und ein Leben ohne Grundsätze

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Wenn es um die Deutung zivilen Ungehorsams geht, drängt sich unweigerlich die Frage nach Recht und Verfassung eines Staates auf. Für Thoreau gilt ziviler Ungehorsam als Gewissensentscheidung des Einzelnen wider die Absicht, Mehrheiten durch Überzeugung für die eigene Verweigerungshaltung zu gewinnen. Vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Sklaven-Politik und dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg erschien Thoreaus prominenter Essay The Resistance to Civil Government, später bekannt unter dem Titel Civil Disobedience , erstmals im Jahr 1849. Der programmatische Essay Life Without Principle, veröffentlicht 1863, ein Jahr nach dem Tod des Autors, wendet sich gegen das Ausmaß des industriellen Kapitalismus mit seinen Auswirkungen auf angepasste Arbeitsverhältnisse und Lebensentwürfe. 

  • Grundlage für die Lektüre beider Essays ist der Band Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat und andere Essays in der Übersetzung von Walter E. Richartz, Diogenes Verlag.
  • Eine konträre Haltung zu Thoreaus individualistischer Auffassung vom zivilen Ungehorsam bietet Hannah Arendts Artikel Civil Disobedience, den sie 1970 im New Yorker publiziert hat, (dt. unter dem Titel Ziviler Ungehorsam in: Zur Zeit. Politische Essays. Rotbuch-Verlag). Wenn Zeit bleibt, ist die Lektüre auch dieses Textes vorgesehen.

Dozent: Dr. Klaus Bonn
Zeit: 8 Termine montags ab dem 02.05.2022 von 16:15–17:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135897
Semesterwochenstunden: 2
 

BK 031: Michel de Montaigne – Eine Auswahl aus den Essais

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Im Jahr 1580 erschienen die ersten beiden Bände von Michel de Montaignes Essais, Abhandlungen, die in der Nachfolge und in Anlehnung an römische Vorbilder wie Plutarch oder Seneca dieser kunstvoll offenen literarisch-philosophischen Form den Namen gaben. Ein dritter Band folgte acht Jahre später. Die Auskunft für den Leser, dass er selber, Montaigne, der einzige Inhalt seines Buches sei, gilt dabei als Programm. Was diese Kunstprosa kennzeichnet, sind die bewusst gesetzte, sich selbst erforschende Subjektivität der Ausführungen und die Haltung des Schreibenden zwischen Wissen und Skepsis. Ralph Waldo Emerson nannte die Essais in seinem eigenen Essay über Montaigne (1850) ein unterhaltsames Selbstgespräch über jedes erdenkliche Thema, das einem in den Sinn kommt. – Die Lektüre von drei Essays soll am Anfang des Kurses stehen, und zwar der erste, kurze Text des Ersten Buches, „Durch verschiedene Mittel gelangt man zum gleichen Ziel“ (I, 1), dann der längere „Über die Kindererziehung“ (I, 26) und, aus dem Zweiten Buch, der erste Essay, „Über die Unbeständigkeit unseres Tuns“ (II, 1). Alle nachfolgenden Texte können je nach Geschmack und Interessenlage der Teilnehmenden ausgewählt und zur Lektüre bestimmt werden.

  • Die Textgrundlage bildet die sehr gut edierte und ins Deutsche übersetzte Auswahl von Herbert Lüthy, die in einem Umfang von 900 Seiten erstmals 1953 im Manesse Verlag erschienen ist.

Dozent: Dr. Klaus Bonn
Zeit: 8 Termine, montags, ab dem 27.06.2022 von 16:15–17:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135896
Semesterwochenstunden: 2

BK 032: Willensfreiheit, Verantwortung und Gerechtigkeit – eine Einführung

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Mit Blick auf meine Zukunft habe ich das unmittelbare Gefühl die Weichen größten Teils selbst stellen zu können. Doch ist dieses Gefühl berechtigt? Bin ich wirklich frei in dem was ich will und wünsche? Diese Frage diskutieren Philosophen bereits seit vielen Generationen. Es ist die Frage nach der Willensfreiheit des Menschen. Die Debatte ist keinesfalls ohne Relevanz, denn je nachdem, wie man sich zur Willensfreiheit positioniert, hat dies möglicherweise große Auswirkungen auf die Zuschreibung von Verantwortung für eine begangene Tat. Schließlich erscheint es kaum plausibel zu sein, jemanden zur Rechenschaft ziehen oder verpflichten zu wollen, der gar nicht frei war in dem, was er wollte und daraufhin tat. Diese Einsicht wiederum hat gewichtige Implikationen mit Blick auf unser Verständnis von Gerechtigkeit und den gerechten Umgang mit Verfehlungen.

Dozent: Dr. Philip Rieger
Zeit: 4 Termine, Beginn im August, die genauen Termine werden noch bekannt gegeben
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135895
Semesterwochenstunden: 2

Psychologie

BK 033: Psychophysiologie – Wie Seele und Körper miteinander kommunizieren

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Bereits vor über 370 Jahren hat René Descartes den Dualismus zwischen Geist und Körper postuliert, der noch heute unser Verständnis von psychischen und somatischen Vorgängen prägt. Er nahm die Zirbeldrüse des Gehirns als Schnittstelle zwischen Geist und Körper an. Obgleich die genaue Funktion der Zirbeldrüse beim Menschen bis heute unbekannt ist, deuten moderne Erkenntnisse auf komplexe psycho-neuro-endokrinologische Zusammenhänge: Unser Befinden wird wesentlich über hormonelle Prozesse des Körpers vermittelt, und mit unserem Lebensstil können wir wiederum Einfluss auf diese hormonellen Abläufe nehmen. Ein psychophysiologisches Verständnis dieser Wechselwirkungen kann dabei helfen, das Wohlbefinden aufrecht zu erhalten und Anzeichen einer Dysbalance frühzeitig zu begegnen. In diesem Seminar erfahren wir unter anderem, wie Schlafhygiene die innere Uhr beeinflussen und Coping (also Stressbewältigung) die Abwehrkräfte des Immunsystems stärken kann.

Dozent: Dipl.-Psych. Jeremy M. Hoffmann, Psychologischer Psychotherapeut
Zeit: 2 Termine freitags am 29.04. und 06.05.2022 von 10:15–11:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135898
Semesterwochenstunden: 1

BK 034: Kommunikation auf Augenhöhe – Grundlagen der Transaktionsanalyse

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Wir alle sind im Alltag einer Vielzahl von Kommunikationssituationen ausgesetzt, die uns oft überfordern. „Warum versteht er es nicht, obwohl ich es ihm schon tausend Mal erklärt habe?“ „Wieso gerate ich mit meinen Arbeitskollegen immer wieder in die gleichen ausweglosen Situationen?“ „Warum kann ich mit meinem Chef kein sachliches Gespräch führen, bei dem ich mich gut fühle?“ Dies sind Fragen, die sich viele Menschen immer wieder stellen und auf die sie keine Antworten finden. Mit Hilfe der Transaktionsanalyse kann man die Kommunikation sehr fein analysieren. Wenn man erkannt hat, woran es liegt, kann man sein Kommunikationsverhalten auch verändern. Es werden auch die besonderen Herausforderungen der Kommunikation in VideoäKonferenzen behandelt.

Inhalte:

  • Grundlagen der Transaktionsanalyse
  • Persönlichkeitspsychologie (Erkennen von Ich-Zuständen)
  • Kommunikationspsychologie (Analyse von Transaktionen)
  • Aufdecken von Manipulationsstrategien (psychologische Spiele)
  • Entwicklungspsychologie (Wie beeinflussen frühe Entscheidungen unser Denken, Fühlen und Handeln?)
  • Gefühle und Ersatzgefühle und Symbiosen in Beziehungen (Wie können wir lernen, mit uns und anderen besser auszukommen?)

Methoden:

  • Fachvortrag
  • Gruppendiskussion
  • Übungen

Dozent: Dipl.-Psych. Nico Janzen
Zeit: 10 Termine, jeweils dienstags ab dem 26.04.2022 von 18:00–19:30 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135899
Semesterwochenstunden: 2

BK 035: Wie wichtig ist die Kindheit? – Grundlagen der Entwicklungspsychologie

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

„Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.“ Dieser provokative Satz wird sowohl dem deutschen Schriftsteller Erich Kästner als auch dem amerikanischen Psychologen und Hypnosetherapeuten Milton Erikson zugeschrieben. Wie ist dieser Satz aus der Perspektive der wissenschaftlichen Psychologie zu beurteilen? Stimmt er, oder ist er nur eine schöner Kalenderspruch? Dass die frühe Kindheit eine entscheidende Entwicklungsperiode ist, dürfte jedem unmittelbar einleuchten. Positive oder negative Erziehungseinflüsse sind prägend für die kindliche Entwicklung und auch für das seelische Wohlbefinden als Erwachsene. Aber was sind positive oder negative Erziehungseinflüsse? Welche elterlichen Verhaltensweisen sind förderlich, welche hinderlich? Haben alle psychischen Störungen, die im Erwachsenenalter auftreten, ihren Grund in der frühen Kindheit? Sind die frühen Erfahrungen prägend für unser gesamtes weiteres Leben, und kann man nichts dagegen tun? Lassen sich elterliche Versäumnisse bei der Erziehung später nachholen? Können wir unser Kindheit nachträglich verändern? Diesen Fragen werden wir in dem Kurs nachgehen. Dargestellt werden die aktuellen entwicklungspsychologischen Theorieansätze, ergänzt um die Forschungsergebnisse der modernen Hirnforschung.

Methoden:

  • Fachvortrag
  • Gruppendiskussion
  • Übungen

Dozent: Dipl.-Psych. Nico Janzen
Zeit: 10 Termine, jeweils donnerstags, ab dem 28.04.2022 von 18:00–19:30 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136120
Semesterwochenstunden: 2

BK 036: Dem Gedächtnis „auf die Sprünge helfen“

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Schwung für Ihre „grauen Zellen“.
Ich habe ein Gedächtnis wie ein Sieb!
Was wollte ich im Keller?
Ich vergesse so viel ...
Dies sind bekannte Floskeln, die immer wieder zu hören sind. Tatsache ist, dass geistige Fitness nicht nur ein Thema für ältere Menschen ist, sondern sich durch alle Altersgruppen zieht. Wie keine Generation zuvor sind wir gefordert und fordern uns. In der aus acht Terminen bestehenden Kursreihe haben Sie die Möglichkeit, Ihre „grauen Zellen“ zu aktivieren. Sie lernen Übungen kennen, die alle Gehirnfunktionen gleichermaßen beanspruchen, um Ihr Denkvermögen im Alltag zu vermehren und Ihre geistige Leistungsfähigkeit flexibel halten zu können. Das Übungsprogramm, das mit Freude und ohne Leistungsdruck durchgeführt wird, trainiert bei allen Terminen die gesamten Gedächtnis- und Hirnleistungen.
Sie werden online durch das Programm geführt. Legen Sie, bevor Sie das Programm starten, Blatt und Stift bereit.

Dozentin: Edeltrud Schätzel, Fachpräventologin für geistige Fitness®; Mitentwicklerin von MemoMoves®; Entwicklerin des Schüler & Eltern Lerncoach®; Lern-Gedächtnistrainerin; Ausbilderin im deutschen Turnerbund
Zeit: 8 Termine, freitags, ab dem 29.04.2022 von 9:30–11:00 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136121
Semesterwochenstunden: 2

BK 037: Resilienz in Zeiten von Corona

Wie Sie ihre psychische und mentale Widerstandskraft entdecken und stärken können

ACHTUNG! Aufgrund zu geringer Nachfrage muss der Kurs leider abgesagt werden.

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Mit Resilienz wird die psychische und mentale Widerstandskraft bezeichnet, mit der es gelingt, schwierige Lebenssituationen, Lebenskrisen, Umbruchsituationen in Familie und Beruf oder auch Verluste, Niederlagen, Rückschläge zu überwinden und Veränderungen annehmen zu können. Diese Reservefähigkeit ermöglicht es dem Menschen, gestärkt aus Krisen hervorzugehen, in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben, Herausforderungen und Stress kompetent zu meistern. Wichtig ist hierbei, dass Resilienz erworben und gelernt und damit die Führung für das eigene Leben in die Hand genommen und behalten werden kann. Dieses Seminar beleuchtet, wie Grundlagen von Resilienz entdeckt und vertieft, wie Optimismus entwickelt, Akzeptanz erlernt und Selbstverantwortung übernommen werden kann. Beziehungen lassen sich so befriedigender gestalten und eigene Lebensentwürfe entwickeln. Resilienzförderung beginnt mit einer wertschätzenden Erkundung des Vorhandenen. Die Auswertung positiver Erfahrungen zeigt, auf welche Ressourcen man zurückgreifen kann. Und sie verdeutlicht, dass Krisen zeitlich begrenzt sind und überwunden werden können. Für die Bewältigung der psychischen Belastungen der aktuellen Pandemie sind grundsätzlich Menschen mit einer hohen Resilienz besser gewappnet als Menschen mit einer niedrigen Resilienz. Studien zu psychischen Belastungen in der Coronapandemie haben bestimmte Faktoren als protektiv in der Pandemie identifiziert. Welche Faktoren das sind und wie wir diese weiter ausbauen können, diesen Themenbereichen wollen wir uns u. a. im Rahmen des Seminars annähern.

Dozentin: Prof. Dr. Gabriele Hoppe, Erziehungswissenschaftlerin und Dipl. Sozialpädogin
Zeit: Freitag, 29.04.2022, von 13:30–19:00 Uhr und Samstag, 30.04.2022, nach Absprache
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136122
Semesterwochenstunden: 1

BK 038: Einführung in die Positive Psychologie

ACHTUNG! Aufgrund zu geringer Nachfrage finet der Kurs leider nicht statt.

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Was sind die Grundlagen eines „guten Lebens“? Was macht das Leben lebenswert? Welches sind die begünstigenden Eigenschaften und Bedingungen des Wohlbefindens?
Im Bereich der Positiven Psychologie werden die positiven Aspekte des menschlichen Lebens wissenschaftlich untersucht. Sie beschreibt und misst die Determinanten der Zufriedenheit und entwickelt Interventionen für psychisch gesunde Menschen. Ziel ist dabei die Anhebung und Stabilisierung der Lebenszufriedenheit. Forschungsgegenstand der Positiven Psychologie sind beispielsweise Charakterstärken, Tugenden, Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit, positive Emotionen und Talente.

Dozentin: Angelina Müller, M.A.
Zeit: 4 Termine dienstags ab dem 03.05.2022 von 10:15–11:45 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135894
Semesterwochenstunden: 1

Dieser Kurs ist Teil von fit4more – gesund studieren, der Studentischen Gesundheitsförderung an der Universität des Saarlandes.

BK 039: Loslassen

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Gewohntes zu hinterfragen, loslassen lernen, um Raum für Neues zu schaffen. Oft fällt es uns schwer Vorhaben und Dinge loszulassen. Doch manchmal ist es förderlich etwas aufzugeben, wenn unsere Ziele uns dauerhaft überfordern und kräftezehrend sind. Die Pandemie hat uns einiges abverlangt und auch gezeigt, dass wir in der Krise durchaus in der Lage sind, Gewohntes loszulassen und die Dinge zu akzeptieren, wie sie sind. Ziel der Veranstaltung ist es, Denkanstöße zu geben, die das Loslassen erleichtern können.

Dozentin: Waltraud Ewen, M.A., LL.M., Wirtschaftsmediatorin (FH) und Stressmanagement-Trainerin.
Zeit: Freitag, den 24.06.2022 von 10:00–14:00 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136123
Semesterwochenstunden: 1

BK 040: Achtsamkeit „to go“

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Beim Leben im Moment geht es um „Bewusstsein“ oder „Achtsamkeit“. Achtsam ist derjenige, der jedem Ereignis, jeder Handlung, jedem Wort seine volle Aufmerksamkeit schenkt. Allerdings benötigt man für Achtsamkeit Übung. Die täglichen Herausforderungen im Beruf, in der Familie und im Alltag stressen uns. Deshalb sollten wir uns bewusste Augenblicke der Ruhe schenken. Ein paar Minuten nichts tun, an nichts denken, entspannt Körper, Geist und Seele. In diesem Kurs geht es um das bewusste Einräumen der Augenblicke der Ruhe in den Alltag. Die Wirkung von Achtsamkeitsübungen auf unseren Organismus und das Gehirn werden anhand wissenschaftlicher Studienerkenntnisse erläutert. Ebenso werden verschiedene Achtsamkeitsübungen vorgestellt. Ziel dieses Kurses ist, den Teilnehmern Anreize für die Praktizierung von Achtsamkeit im Alltag zu geben.

Dozentin: Waltraud Ewen, M.A., LL.M., Wirtschaftsmediatorin (FH) Stressmanagement-Trainerin
Zeit: Freitag, 01.07.2022 von 10:00–14:00 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136124
Semesterwochenstunden: 1

BK 041: Betzavta – Ein Bildungskonzept zur Toleranz-, Demokratie- und Menschenrechtserziehung

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Betzavta (hebräisch) heißt „miteinander“ und meint damit ein Ringen um ein gutes gesellschaftliches Miteinander in einer Welt der Vielfalt an Identitäten und Lebensentwürfen. Das Konzept wurde 1988 von Dr. Uki Maroshek-Klarman am ADAM-Institut in Jerusalem auf der Grundlage eines humanistischen Menschenbildes entwickelt. Vom Zentrum für angewandte Politikforschung (LMU München) wurde es einige Jahre später mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung an deutsche Bildungsarbeit adaptiert. Den theoretischen Rahmen für den Dialogprozess als eine Hauptmethode in der Arbeit mit dem Konzept bilden die Begriffe „Freiheit“ und „Gleichheit“. Besondere „Aktivitäten“ und eine spezielle Moderationsmethode bewirken bei den Teilnehmenden ein gewolltes inneres „Dilemma“, aus dem ein Perspektivwechsel mit Zuwachs an Handlungskompetenz resultieren kann. Betzavta wird mittlerweile in vielen Ländern schulisch und außerschulisch eingesetzt, nachdem es zwischenzeitlich an unterschiedliche Zielgruppen wie Kinder, Jugendliche, Studierende und Erwachsene angepasst wurde.
Der Workshop beinhaltet eine Einführung in das Konzept, will aber auch die Methode erfahr- und spürbar machen.

Dozentin: Dorothee Neurohr-Gebhardt, Berufsfachschullehrerin/Gesundheitswesen, Ethikberaterin/Gesundheitswesen, Systemische Supervisorin, Betzavta-Trainerin
Zeit: Samstag, 16.07.2022 von 9:30–16:00 Uhr
Ort: Universität des Saarlandes, Gebäude A4 2, SR 0.15
LSF-Nr.: 136125
Semesterwochenstunden: 2

BK 042: Straßenkinder in Deutschland

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

„Straßenkinder in Deutschland“ – abgesehen von der Frage nach dem richtigen Begriff, ist dieser Gedanke für viele eher irritierend. Aber es gibt sie. Auch wenn wir bei diesem Begriff doch zunächst an Länder wie Südafrika, Bolivien, Brasilien usw. denken – auch in Deutschland gibt es eine große Zahl von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich an einem Leben auf der Straße orientieren. Was das Alter der Betroffenen angeht, so stößt man in Deutschland eher auf Jugendliche, nur selten auf Kinder unter 14 Jahren. Oft haben diese jungen Menschen eine lange „Jugendhilfekarriere“ hinter sich, wurden vernachlässigt oder entziehen sich bewusst. Generell sind für die Betreuung von Straßenkindern die örtlichen Jugendämter zuständig, die über ein breites Spektrum an Hilfen und Maßnahmen (Kontakt- und Beratungsstellen, Notschlafstellen, aber auch betreutes Wohnen oder intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung) verfügen. Im März 2008 wurde das „Bündnis für Straßenkinder in Deutschland e. V.“ gegründet. Aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich in Frankfurt Einrichtungen zusammengeschlossen, die mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit dem Lebensmittelpunkt Straße arbeiten. Zu den Zielen des Bündnisses gehören Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der AdressatInnen, der fachliche Austausch der Projekte und Einrichtungen bzw. der Praktiker:innen, sowie die Förderung der Koordination und die Etablierung einer Interessenvertretung.
Im Seminar wollen wir uns intensiv mit dem Thema „Straßenkinder in Deutschland“ befassen, wir werden aber auch in andere Länder blicken und uns div. Hilfsangebote ansehen.

Dozentin: Prof. Dr. Gabriele Hoppe, Erziehungswissenschaftlerin und Dipl. Sozialpädogin
Zeit: Freitag, 16.09.2022 von 13:30–19:00 Uhr und Samstag, 17.09.2022 nach Absprache
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136126
Semesterwochenstunden: 1

Theologie

BK 043: Ein Gott in drei Personen? (entfällt krankheitsbedingt)

Ein Kultur- und religionsgeschichtlicher Zugang zur christlichen Trinitätslehre von den Anfängen im Frühjudentum bis zur Verfestigung der westlichen Trinitätsauffassungen im Mittelalter

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Nicht wenige christliche Traditionen sind seit Beginn der Aufklärung in Frage gestellt worden, von den Geschichtswissenschaften, aber auch von naturwissenschaftlicher Seite. Dies gilt bisher nicht, oder kaum, für den Glauben an den dreifaltigen oder dreieinen Gott. Er wird als grundlegendes Dogma verstanden und auch im Dialog mit Judentum und Islam, die ein unitarisches Gottesbild (Gott ist schlechthin einer, er hat keinen Sohn und der Geist ist als seine Kraft aufzufassen) vertreten, immer wieder als christliches Spezifikum ins Feld geführt: Gott ist zwar einer, aber in ihm gibt es den Sohn oder Logos (das Wort) und den heiligen Geist. Dieses Dogma wirft die schwierige Frage auf, ob nicht der – auch christliche – Monotheismus durch die Dreiheit in Gefahr gerät. Aber wichtiger noch sind die Probleme, die durch das historisch-kritische Denken und seine Ergebnisse entstanden sind. Wie soll man mit der Tatsache umgehen, dass die Bibelwissenschaft zeigt: Jesus selbst hat davon nichts gewusst, er hielt sich nicht für den innergöttlichen Sohn, sondern war Gesandter Gottes, in seinem Auftrag. Auch im Großteil des Neuen Testaments, z. B. in den synoptischen Evangelien (Mt, Mk, Lk), wird Jesus zwar als „Sohn Gottes“ bezeichnet, aber dieses Prädikat wird auf jüdische Weise verstanden: Auch Mose, Salomo, David, die jüdischen Könige, ja das ganze Volk Israel wird „Sohn Gottes“ genannt und bezeichnet die Nähe zu Gott. Erst in den Spätschriften (Johannesevangelium und Deuteropaulinen) wird Jesus als „physischer“ Sohn aufgefasst. Von einer Trinität weiß das Neue Testament nichts. Und auch die weitere Geschichte der Trinität ist zu bedenken: Neben einem immer schwächer werdenden Bekenntnis zum unitarischen Gott werden seit der Mitte des zweiten Jahrhunderts, unter dem Einfluss des hellenistischen Denkens, bini- und trinitarische Vorstellungen immer beherrschender. Die Bini- oder Trinität aber wird noch lange, wie man sagt, „ökonomisch“ aufgefasst: Sie ist ein Phänomen der Heilsgeschichte, Wort und Geist sind „Hände Gottes“, im Wirken nach außen (z. B. bei der Weltschöpfung, dem geschichtlichen Handeln Gottes oder bei der Erlösung). Gott selbst aber bleibt davon unberührt – er ist unitarisch und ein einziger. Der nächste Schritt wurde durch den alexandrinischen Theologen Origenes (gest. um 254) in Gang gesetzt, der erstmals Sohn und Geist als ewige innergöttliche Größen auffasste. Diese Vorstellung von einer innergöttlichen Trinität setzte sich schnell, auch in der lateinischen Westkirche, durch und führte im vierten Jahrhundert zu einer Sprachregelung seitens dreier kappadokischer Bischöfe, vor allem des Basilius von Cäsarea: Es gibt nur eine einzige Usia (Wesen, Sein), aber drei Hypostasen – was auch immer das heißen mag. Diese Regelung fand nicht die Zustimmung des Augustinus, weil Hypostasis im Lateinischen mit Substantia übersetzt wurde. Das wäre für ihn Tritheismus. So schuf er eine neue Sprachregelung: ein Gott in drei Personen, auch das nicht unproblematisch.
Im Brückenkurs soll dieser Weg des christlichen Gottesdenkens nachgezeichnet und diskutiert werden.

Dozentin: Dr. Ulrike Stölting
Zeit: 8 Termine freitags ab dem 20.05.2022 von 18:15–19:45 Uhr (Der Beginn der Veranstaltung wurde vom 13.05. auf den 20.05. verlegt!)
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 135946
Semesterwochenstunden: 2

(Umwelt-)Pädagogik

BK 044: „Das Spiel ist aus“, ...

... sagt Jonathan Franzen (Die Welt, 26.07.2019). Dürfen wir beim Reden über den Klimawandel das Artensterben vergessen?

ACHTUNG! Aufgrund zu geringer Nachfrage kann der Kurs leider nicht stattfinden.

Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:

Und jetzt ist er auch bei uns Thema: der Klimawandel. Bedienen wir damit nur ein Mainstream-Thema, oder ist die Lage doch ernster? Sie hat sich geändert, irreversibel geändert. Der Dozent ist kein Klimaforscher, sondern Beobachter. Woran könnte man den Klimawandel im Wald und überhaupt in der Natur erkennen? Zu welcher Erkenntnis kommt der geschulte Blick auf unsere Umwelt? Haben die einschneidenden Ereignisse des letzten Jahres etwas damit zu tun? Dazu kommt ein leichtfertiger Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Wahrheit. Wie sieht unser eigenes Bild der Umwelt aus, sehen wir überhaupt noch die Schönheit und Anpassungsfähigkeit der Natur? Ist unser Blick dafür verstellt, da sich die Umweltbewegungen egal, ob in Europa oder in den USA fast ausschließlich mit dem Klimawandel beschäftigen? Haben nur die Fridays for Future Recht? Wo bleibt der Aufruf zur Rettung all dessen, woran uns etwas liegt, auch wirtschaftlich! Könnte hier Postwachstum das Problem lösen? Und was ist eigentlich Postwachstum? Sind Klimaschutz und Wachstum überhaupt miteinander vereinbar?
Wir sind der Meinung, nur Bildung kann die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen und das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung schaffen. Erfolgversprechende Ansätze sind im Lauf der Zeit entstanden: Umwelterziehung, ökologisches Lernen und seit den 1990er-Jahren eben die BNE, „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.
Sind soziologische und pädagogische Zugänge zu den UN-Dekaden „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, „Biodiversität“ und jetzt bis 2030 „Wiederherstellung von Ökosystemen“ ein Thema für Sie? Dann besuchen Sie diesen Brückenkurs!

Dozent: Elmar Bosch, Erziehungswissenschaftler, M.A.
Zeit: 4 Termine, dienstags, ab dem 26.04.2022, von 18:00–20:00 Uhr
Ort: Online Kurs via MS Teams
LSF-Nr.: 136127
Semesterwochenstunden: 2

Zusatzangebote

PolL - Der Podcast für lebenslanges Lernen

Kleine Wissenshäppchen vor dem ZU-BETT-GEHEN gefällig oder während der Busfahrt? Wir machen's mit dem Podcast für lebenslanges Lernen (PolL) möglich. Hören Sie doch mal rein:

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Info

Bitte haben Sie Verständnis, dass erst beim ersten Termin eines jeden Kurses festgestellt werden kann, ob die Nachfrage ausreichend ist, um die Veranstaltung stattfinden zu lassen.

Kontakt ZelL

Campus A4 2, Zi. 2.13
Tel.: 0681/ 302 3533
Mail: zell-gh[at]mx.uni-saarland.de

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