Ehrensenatoren

Der Senat der Universität des Saarlandes hat in seiner Sitzung am 20. Juli 2022 beschlossen, die Vergabe sämtlicher Ehrenwürden der Universität seit 1961 biographisch-geschichtswissenschaftlich aufzuarbeiten und sie aus heutiger Sicht historisch einzuordnen. Vorangegangen war dieser Entscheidung der Entzug der Ehrensenatorenwürde des früheren saarländischen Ministerpräsidenten Heinrich Welsch im Jahr 2018 sowie im Juli 2022 die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde des Geheimen Sanitätsrats Dr. med. Max Obé und im gleichen Zug die Distanzierung von der Verleihung der Ehrensenatorenwürde an den ehemaligen Geschäftsführer der Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke Dr. E.h. Ernst Röchling. Diese Entscheidungen erfolgten aufgrund der moralisch-politischen Belastungen der genannten Ehrenwürdenträger durch ihre aktive Beteiligung am nationalsozialistischen Unrechtssystem der Jahre 1933 bis 1945.

Nach Erstellung eines geschichtswissenschaftlichen Gutachtens und auf Empfehlung einer eigens berufenen Expertenkommission hat der Senat in seiner Sitzung vom 24. Juni 2026 entschieden, in weiteren 13 Fällen Ehrensenatorenschaften und Ehrenbürgerschaften aufgrund der NS-Belastung der Geehrten symbolisch-deklaratorisch abzuerkennen [Pressemitteilung]. Auf Grundlage heutiger Maßstäbe und Kenntnisse erscheinen die von dem Beschluss betroffenen Personen nach Überzeugung des Senats nicht länger als ehrungswürdig.

Geschichtswissenschaftliches Gutachten von PD Dr. Rainer Möhler, Historiker an der Universität des Saarlandes

Die Würde eines Ehrensenators wird Persönlichkeiten verliehen, die sich in hervorragender Weise durch Rat oder Tat wiederholt und uneigennützig um die Universität des Saarlandes und die Allgemeinheit verdient gemacht haben und von denen erwartet werden darf, dass sie dies auch künftig tun werden.

Seit 1961 hat die Universität des Saarlandes folgende Persönlichkeiten zu Ehrensenatoren ernannt:

  • Heinrich Welsch (1888-1976)
    Die Ehrensenatorenwürde wurde Heinrich Welsch aufgrund seiner aktiven Beteiligung an der NS-Diktatur mit Beschluss des Senats der Universität vom 11.7.2018 entzogen.
  • Dr. E.h. Ernst Röchling (1888-1964)
    Von der 1962 verliehenen Ehrensenatorenwürde hat sich der Senat der Universität aufgrund der wirtschaftlichen Rolle Ernst Röchlings während der NS-Diktatur distanziert (Beschluss vom 20.7.2022). Hier finden Sie eine Zusammenstellung der der Senatsentscheidung zugrundeliegenden wissenschaftlichen Aufarbeitung.
  • Dr. E.h. Luitwin von Boch-Galhau (1906-1988)
    Die 1966 verliehene Ehrensenatorenwürde wurde Luitwin von Boch-Galhau aufgrund seiner aktiven Beteiligung an der NS-Diktatur mit Beschluss des Senats der Universität vom 26.6.2026 entzogen.
  • Dr. Eduard Martin (1892-1989)
    Die 1966 verliehene Ehrensenatorenwürde wurde Dr. Eduard Martin aufgrund seiner aktiven Beteiligung an der NS-Diktatur mit Beschluss des Senats der Universität vom 26.6.2026 entzogen.
  • Dr. Kurt Schluppkotten (1905-1976)
    Die 1966 verliehene Ehrensenatorenwürde wurde Dr. Kurt Schluppkotten aufgrund seiner aktiven Beteiligung an der NS-Diktatur mit Beschluss des Senats der Universität vom 26.6.2026 entzogen.
  • Dr. h.c. Walter Braun (1907-1990)
    Die 1973 verliehene Ehrensenatorenwürde wurde Walter Braun aufgrund seiner aktiven Beteiligung an der NS-Diktatur mit Beschluss des Senats der Universität vom 26.6.2026 entzogen.
  • Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Joseph François Angelloz (1893-1978)
  • Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Carl Erich Alken (1909-1986)
    Die 1976 verliehene Ehrensenatorenwürde wurde Dr. Carl Erich Alken aufgrund seiner aktiven Beteiligung an der NS-Diktatur mit Beschluss des Senats der Universität vom 26.6.2026 entzogen.
  • Dr. Kurt Heinen (1897-1976)
    Die 1976 verliehene Ehrensenatorenwürde wurde Dr. Kurt Heinen aufgrund seiner aktiven Beteiligung an der NS-Diktatur mit Beschluss des Senats der Universität vom 26.6.2026 entzogen.
  • Bruno Brück (1920-1977)
  • Dr. Ernst-Heinz Schäfer (1910-2004)
    Die 1980 verliehene Ehrensenatorenwürde wurde Dr. Ernst-Heinz Schäfer aufgrund seiner aktiven Beteiligung an der NS-Diktatur mit Beschluss des Senats der Universität vom 26.6.2026 entzogen.
  • Dr. Manfred Schäfer (1921-1999)
  • Alwin Brück (1931-2020)
  • Dr. Gaston Thorn (1928-2007)
  • Ernst Haaf (1919-2006)
  • Dr. Wolfgang Kühborth (1924-2017)
  • Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Robert Stämpfli (1914-2002)
  • Univ.-Prof. Dr. Gerhard Kielwein (1922-2011)
  • Univ.-Prof. Dr. Günther Jahr (1923-2007)
  • Niko Becker (geb. 1931)
  • Werner Klumpp (1928-2021)
  • Ulrich Kurt Thomas Leppien (1935-2021)
  • Prof. Dr. h.c. mult. Hasso Plattner (geb. 1944)
  • Uwe Jacobsen (1936-2019)
  • Paul H. Repplinger (1939-2013)
  • Hermann Deutsch (1924-2015)
  • Dr. Max Häring (geb. 1946)
  • Univ.-Prof. Dr. Werner Tack (geb. 1935)
  • Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Günter Hotz (geb. 1931)
  • Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. August-Wilhelm Scheer (geb. 1941)