- Literaturwissenschaftliche Ringvorlesung: „Eines Freundes Freund zu sein – Über Freundschaft und Literatur“:
Der Abschlussvortrag der Ringvorlesung über Freundesbeziehungen in der Literatur findet am Montag, 13. Juli, um 19 Uhr im Festsaal des Saarbrücker Rathauses statt. Dann sprechen Dr. Wolfram Brunschön, Dr. Maria Vasiloudi und Sebastian Kolbenschlag (Klassische Philologie, UdS) über folgendes Thema: „Freundschaft auf Papier. Das humanistische Stammbuch des Jacob Semler in der Handschrift Zweibrücken HS 38 als Freundschaftsnetzwerk und kulturelle Praxis“.
Zwischen 1567 und 1573 ließ sich der aus Frankfurt stammende Jacob Semler an der kurz zuvor gegründeten Landesschule in Hornbach von seinen Mitschülern „ins Stammbuch“ schreiben. Dieser in der Zweibrücker Handschrift HS 38 enthaltene „Thesaurus amicorum“ wird an der Universität des Saarlandes von Studierenden und Dozenten der Klassischen Philologie in einer Hybridedition herausgegeben. Der Vortrag untersucht exemplarisch, wie Freundschaft im 16. Jahrhundert unter anderem durch Widmungen, Zitate und (eigene) Gedichte, durch Zeichnungen und enigmatische Initialenreihen auch vor dem Hintergrund von Trennung und Abschied individualisiert und kodifiziert wurde und wie die kulturelle Praxis des Stammbuchs als ein Netzwerk von Mitschülern, Freunden, Gelehrten und Mitstreitern gelesen werden kann.
Organisiert wird die Reihe vom Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes gemeinsam mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Saarbrücken. Programmflyer.
- Ringvorlesung: „Raumschiff Erde – Nachhaltigkeit”
Zum Abschluss der Ringvorlesung am Dienstag, 14. Juli, um 16:15 Uhr referiert Professor Volker Presser (Energie-Materialien, INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien) über „Batterien und Nachhaltigkeit“ (Geb. C4 3, kleiner Hörsaal II).
Batterien sind eine Schlüsseltechnologie der Energiewende und Kernelement der Elektrifizierung unserer Industrie. Doch wie nachhaltig sind Batterien eigentlich, wie steht es um die Substitution kritischer Rohstoffe, und wie sieht es überhaupt beim Thema Recycling aus? Der Vortrag will hierauf Antworten geben und eine Perspektive für Zukunftsbatteriematerialien 2030+ eröffnen.
Auch eine Online-Teilnahme ist möglich. Den Link zur Online-Teilnahme gibt es in der Programmübersicht (unter dem ersten Termin).
- Käte Hamburger Lecture
Bei der letzten Käte Hamburger Lecture vor der Sommerpause am Mittwoch, 15. Juli, um 18:15 Uhr hält der kamerunische Historiker François Wassouni einen französischsprachigen Vortrag mit dem Titel „Réparations, renouveau du panafricanisme et montée en puissance du sentiment anti-occidental en Afrique contemporaine“ (Innovation Center, Gebäude A2 1, Seminarraum 0.01).
In vielen afrikanischen Ländern lässt sich eine starke Zunahme westkritischer Haltungen verzeichnen, die sich insbesondere gegen Frankreich richten. Die afrikanische Diaspora spielt in dieser Dynamik eine zentrale Rolle. CURE-Fellow François Wassouni zeigt, wie Vertreterinnen und Vertreter des Neopanafrikanismus Themen wie Reparationen, den transatlantischen Sklavenhandel, Kolonialismus und Neokolonialismus aufgreifen, um einen radikalen Bruch mit dem Westen zu legitimieren. Weitere Infos zum Vortrag und Link zur Online-Teilnahme
- Physikalisches Kolloquium
Am Donnerstag, 16. Juli, um 14:15 Uhr hält Professor Markus Jochum (Niels-Bohr-Institut, Universität Kopenhagen) einen englischsprachigen Vortrag zum Thema: „Wie stabil ist der Golfstrom wirklich? Neue Einblicke in ein zentrales Klimasystem“ (Gebäude C6 4, Hörsaal II).
Der renommierte Klimaforscher gibt dabei spannende Einblicke in eines der wichtigsten Strömungssysteme unseres Planeten: die Atlantische Meridionale Umwälzströmung, kurz AMOC. Dieses komplexe System aus Meeresströmungen – zu dem auch der bekannte Golfstrom gehört – wirkt wie eine riesige Wärmepumpe im Atlantik: Es transportiert warmes Wasser nach Norden und trägt maßgeblich dazu bei, dass Europa vergleichsweise milde Winter erlebt. Aktuelle Messungen zeigen, dass das System bislang erstaunlich stabil und robust ist. Ein rascher Kollaps, wie er etwa in Science-Fiction-Filmen oft dargestellt wird, ist nach heutigem Stand der Forschung trotz des aktuellen Klimawandels nicht zu beobachten. Weitere Infos zum Vortrag.
- Altertumswissenschaftliches Kolloquium
Am Donnerstag, 16. Juli, um 18 Uhr referiert Jason Tregellis B (Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie/UdS) über „Das früh- bis mittellatènezeitliche Gräberfeld von Bad Homburg-Ober-Erlenbach (Hochtaunuskreis)" (in Gebäude B3 1, Raum 1.30).
Das Gräberfeld mit seinen etwa 42 Gräbern gibt einen guten Einblick in die gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen des 5. bis 3. Jahrhunderts v. Chr. in Hessen. Die heterogene Ausstattung der Gräber kann viel über die Stellung und Funktion der Bestatteten aussagen. Das Spektrum reicht von einem reich ausgestatteten Frauengrab über zwei Schwertgräber bis hin zu fundleeren Brand- und Körpergräbern. Zudem zeugen die Grabinventaren von einem kulturellen Austausch, der wohl am meisten durch die sog. Keltischen Südostwanderungen beeinflusst ist. Viele der Funde sprechen von einem regen Kontakt in den östlichen Alpenraum und darüber hinaus bis ins Karpatenbecken. Alle Infos zum Vortrag.
Informationen zu allen Vorträgen: www.uni-saarland.de/veranstaltungen
06.07.2026