22 June 2026

Saar-Modellprojekt beim Hauptstadtkongress in Berlin: LKW bringt Diagnostik zu Pflegeheim-Bewohnern

Drei Personen vor dem Diagnostik-LKW© Florian Preuß / UKS
Prof. Dr. Klaus Faßbender, Axel Jung und die Ärztliche Leiterin der MGU, Silvia Rauen, (v.l.) vor dem LKW mit Hightech-Diagnostik, der vom 23. bis 25. Juni auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin vorgestellt wird.

Ultraschall, CT, Röntgen – eine echte Notaufnahme im Spezial-Truck ermöglicht erkrankten Bewohnern direkt vor dem Pflegeheim medizinische Untersuchungen ohne lange Wege: Das Modellprojekt aus dem Saarland stellt sich vom 23. bis 25. Juni auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin (Messe, hub27) vor. Ab September 2026 wird das Spezialfahrzeug mit Hightech-Diagnostik im Saarland im Einsatz sein.

Bei dem europaweit einmaligen medizinischen und pflegerischen Versorgungsmodell arbeiten Universität und Universitätsklinikum des Saarlandes mit zahlreichen Partnern zusammen. Der Gemeinsame Bundesausschuss fördert das Projekt mit über acht Millionen Euro.

Fast zehn Meter lang ist der Truck, 2,60 Meter breit, ganze 3,70 Meter hoch und zwölf Tonnen schwer. In seinem Inneren findet sich alles, was in eine klinische Notaufnahme gehört: Computertomograph, Sonografie-, Röntgen- und Ultraschallgeräte, EEG, EKG und eine Laborausstattung. Eine smarte Datenbrille und jede Menge Technologie assistieren digital und ermöglichen die Kommunikation mit zugeschalteten Fachärzten. Das Modellprojekt aus dem Saarland bringt moderne Medizintechnik zu Menschen, für die Klinikbesuche wegen Alter oder Krankheit eine Herausforderung sind. Es entlastet zugleich Notaufnahmen, Diagnosezentren und Pflegeteams. Klinikeinweisungen nur zu Diagnosezwecken sollen reduziert, die ambulante ärztliche und pflegerische Versorgung in der vertrauten Umgebung gesichert und der finanzielle Aufwand der Kranken- und Pflegekassen nachhaltig reduziert werden.

Bevor die aktive Modellphase im September im Saarland startet, und der Diagnostik-LKW für rund 4.000 Heimbewohner in rund 50 Pflegeheimen in Aktion tritt, macht er vom 23. bis 25. Juni Station auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin: Auf Einladung von Präsidium und Geschäftsführung der Kongress-Messe stellt das Konsortium das Konzept des „Mobile Geriatrie Unit“ vor. Alle Unternehmen und Fachexperten, die an Entwicklung und Ausbau des Modells beteiligt sind, präsentieren sich auf dem „DIKOM-Innovations-CAMPUS“ rund um den Truck. Fachpublikum und Messebesucher erhalten Führungen durch das Fahrzeug. Im Ausstellungsforum finden zahlreiche Veranstaltungen wie Expertengespräche statt.

Initiiert wurde das Projekt „Diagnostik-Konsil im Pflegeheim mittels Geriatrie-Unit – DIKOM“ vom langjährigen Direktor der Neurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes, Professor Klaus Faßbender. Gemeinsam mit Medizintechnik-Unternehmen aus dem Saarland und deutschlandweit entwickelte er ein Konzept für das Modell-Fahrzeug. Zwölf Konsortial- und 33 Kooperationspartner setzten es um – ein Homburger Spezial-Autobauer baute den Truck.

Im Modell-LKW selbst sind Fachärzte mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammen mit medizinischen Technologen für Radiologie und Notfallsanitätern im Einsatz. Bei der Auswertung ihrer Untersuchungen werden nach Bedarf Fachärztinnen und -ärzte aus kooperierenden Kliniken und Praxen live hinzugezogen. „Diese Kombination aus mobiler Diagnose und telemedizinischer Expertise, vertraglich verbunden mit niedergelassenen Ärzten und stationären Pflegereinrichtungen, begründet eine neuartige Versorgungsform, die eine große Lücke in der geriatrischen Versorgung schließt“, sagt Professor Klaus Faßbender.

Um die diagnostischen Geräte an Bord des Medizin-Trucks geschützt und zuverlässig zu betreiben und die Fachärzte innerhalb und außerhalb sicher zu vernetzen, wurden bestehende medizinische Softwarelösungen angepasst und Schnittstellen sowie Kommunikationswege neu entwickelt. Eine besondere Herausforderung war die energetische Versorgung: Damit alle Geräte parallel zur digitalen Vernetzung und zur telemedizinischen Kommunikation laufen können, wurde eigens ein leistungsfähiges Batteriesystem entwickelt. Die Batterien werden über Nacht geladen, und halten tagsüber alles dauerhaft einsatzbereit.

Im „Mobile Geriatrie Unit - MGU“ kommen verschlüsselte Datenübertragungssysteme zum Einsatz, mit denen Befunde sicher und schnell übermittelt werden können. Ein virtuelles Cockpit unterstützt die CT-Diagnostik: Die Befunde der Radiologen im Diagnosezentrum werden telemedizinisch übertragen. Zwei Röntgenstrahlen emittierende Geräte können auf engstem Raum sicher betrieben werden.

Ab September geht die „Diagnostik auf Rädern“ im Rahmen eines bisher mit mehr als acht Millionen Euro geförderten Innovationsfonds-Modells des Gemeinsamen Bundesausschusses in der Modellregion-Saarland auf Tour. Die Einsätze werden durch eine gesundheitsökonomische und eine die Versorgungsprozesse überprüfende Evaluation bewertet. 

Das Projekt „Diagnostik-Konsil im Pflegeheim mittels Geriatrie-Unit – DIKOM“

Das höchste Gremium der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, der Gemeinsame Bundesausschuss, fördert das Modellprojekt. Unterstützt wird es durch die Saarländische Pflegegesellschaft, die Kassenärztliche Vereinigung, alle im Saarland tätigen Kranken- und Pflegekassen, die saarländischen Diagnostikexperten von Xcare, das Caritasklinikum Lebach sowie verschiedene Institute des Universitätsklinikums des Saarlandes. Projektträger ist die Universität des Saarlandes. Der Versorgungsprozess wird vom Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (ISO) sowie dem Berliner Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav) wissenschaftlich begleitet.

Weitere Informationen: https://www.medizin-daheim.de

Ausstellungsforum | DIKOM | Stand-Nr. 61

Hauptstadtkongress vom 23. bis 25. Juni 2026 im hub27, Messe Berlin

https://www.hauptstadtkongress.de/mcon-26-session-24011-vorstellung-des-mgu-modellfahrzeugs-im-dikom-innovations-campus

Fragen beantwortet und Kontakte vermittelt:

Armin Lang, Lang Consult GmbH, Saarbrücken, Kommunikationsbeauftragter des DIKOM-Modells: 
Tel.: 0171 5202676, E-Mail: mail(at)langcon.de

Pressefotos zum Download: 
Die Pressefotos können Sie mit Namensnennung des Fotografen als Fotonachweis honorarfrei in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung und der Berichterstattung über die Universität des Saarlandes verwenden.