Dazu die Pressemitteilung des Ministeriums der Finanzen und für Wissenschaft:
Intelligente Sensorsysteme, lernfähige Assistenzlösungen und vernetzte Infrastrukturen sollen künftig dabei helfen, von der Pflege und Gesundheitsversorgung bis hin zu Mobilität und kritischer Infrastruktur den Alltag sicherer, effizienter und resilienter zu gestalten. Gleichzeitig entstehen daraus neue Chancen für Innovation, wirtschaftliche Entwicklung und hochwertige Arbeitsplätze. Genau hier setzt der neue Forschungsverbund „SaarNex“ an, mit dem das Saarland gezielt in neue Zukunftstechnologien und den Transfer von Forschung in die Anwendung investiert. Das Projekt der htw saar, der Universität des Saarlandes und des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) wurde heute im Technikum der htw saar vorgestellt. Insgesamt stehen für SaarNex bis 2032 rund 29,5 Millionen Euro zur Verfügung.
SaarNex bündelt Kompetenzen aus Künstlicher Intelligenz, Sensorik, Neurotechnologie, Dezentralität, Kommunikation und Datenmanagement, um daraus neue Anwendungen für Gesundheit, Pflege, Mobilität sowie kritische Infrastruktur zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen intelligente Sensorsysteme, autonome Assistenzlösungen und energieeffiziente KI-Technologien für eine resiliente und digital vernetzte Gesellschaft.
Gleichzeitig soll der Forschungsverbund dabei helfen, neue Zukunftsfelder für den Standort Saarland zu erschließen. Gemeinsam mit Unternehmen wollen die Partner technologische Entwicklungen schneller in konkrete Anwendungen überführen und daraus neue Innovationskraft, zusätzliche Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze entstehen lassen.
Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker erklärt: „Der Transformationsfonds soll dem Saarland helfen, neue wirtschaftliche Stärke aus Innovation, Forschung und technologischer Entwicklung aufzubauen. Genau dafür steht SaarNex. Das Projekt verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit konkreten Anwendungen für Wirtschaft und Gesellschaft – von intelligenter Gesundheitsversorgung bis zur resilienten Infrastruktur. Entscheidend ist, dass aus Forschung schneller neue Produkte, neue Geschäftsmodelle und gute Arbeitsplätze entstehen. SaarNex zeigt, wie das Saarland den technologischen Wandel aktiv gestaltet und daraus neue Zukunftsperspektiven entwickelt.“
Die htw saar übernimmt die Federführung des Verbundes. Beteiligt sind Professorinnen und Professoren aus allen vier Fakultäten der Hochschule sowie Forscherinnen und Forscher der Universität des Saarlandes.
Prof. Dr.-Ing. Dieter Leonhard,Präsident der htw saar, betont: „SaarNex steht exemplarisch für die Stärke anwendungsorientierter Forschung im Saarland. Gemeinsam mit unseren Partnern aus Wissenschaft und Forschung schaffen wir einen Verbund, der exzellente Forschung mit gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Nutzen verbindet. Für die htw saar ist das Projekt ein wichtiger Schritt, um unsere Kompetenzen in Zukunftsfeldern und -technologien weiter auszubauen und damit den Innovationsstandort Saarland zu stärken.“
Der Forschungsverbund konzentriert sich insbesondere auf zwei Zukunftsfelder mit hohen Wachstumspotenzialen: Gesundheit sowie kritische Infrastruktur. Themen wie intelligente Sensornetzwerke, Mensch-Maschine-Interaktion, autonome Systeme, datengetriebene Assistenzlösungen oder neuromorphe KI stehen dabei im Mittelpunkt. Das Projekt knüpft dabei an bestehende Stärken des Saarlandes in KI, Sensorik, Informatik und angewandter Forschung an und vernetzt diese stärker mit Unternehmen und praktischer Anwendung.
Prof. Dr.-Ing. Horst Wieker,Projektleiter und Leiter der Forschungsgruppe Verkehrstelematik erklärt: „Mit SaarNex entwickeln wir intelligente Sensor- und KI-Systeme, die Informationen aus unserer Umgebung in Echtzeit erfassen, verstehen und nutzbar machen. Damit schaffen wir die Grundlage für sichere Mobilität, resiliente Infrastrukturen und neue digitale Dienste. Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit der beteiligten Disziplinen: Nur so können aus technologischen Innovationen praxistaugliche Lösungen für die Herausforderungen von morgen entstehen.“
Prof. Dr. Dr. Daniel Strauss,Leiter der Systems Neuroscience & Neurotechnology Unit: „Wir wollen Technologien entwickeln, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Durch die Verbindung von Neurotechnologie, intelligenter Sensorik und Künstlicher Intelligenz eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für Gesundheitsversorgung, Pflege und Assistenzsysteme. SaarNex bietet die Chance, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in Anwendungen zu überführen, die die Lebensqualität vieler Menschen verbessern können.“
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in konkrete wirtschaftliche Anwendungen. Besonders relevant ist der Ansatz, Prinzipien biologischer Informationsverarbeitung technisch nutzbar zu machen: So erreicht z. B. das menschliche Gehirn seine Energieeffizienz nicht durch umfassende Verarbeitung aller Signale, sondern durch selektive Aufmerksamkeitsprozesse, die relevante Informationen verstärken und Störungen aktiv unterdrücken. SaarNex überführt solche neuroinspirierten Mechanismen gemeinsam mit Unternehmen in energieeffiziente Anwendungen für intelligente Infrastrukturüberwachung, autonome Assistenzsysteme, digitale Gesundheitsversorgung, Sensorik und KI‑gestützte Datenverarbeitung. Mehrere Partner haben angekündigt, neue Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aufzubauen oder bestehende Bereiche gezielt zu erweitern.
Die beteiligten Unternehmen sehen insbesondere Potenziale in Bereichen wie intelligenter Infrastrukturüberwachung, autonomen Assistenzsystemen, digitaler Gesundheitsversorgung, Sensorik und KI-gestützter Datenverarbeitung. Mehrere Partner haben bereits angekündigt, neue Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aufzubauen oder bestehende Bereiche auszubauen.
Prof. Dr. Mana Mojadadr, Founder & Director Trust it erklärt: „Der Erfolg von SaarNex wird sich daran messen lassen, wie schnell Forschung den Weg in die Praxis findet. Deshalb wollen wir Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, frühzeitig einbinden und gemeinsam Innovationen entwickeln, die neue Wertschöpfung schaffen, die Wettbewerbsfähigkeit stärken und den Technologiestandort Saarland nachhaltig voranbringen.“
Prof. Dr.-Ing. Bernd Valeske, Direktor des Fraunhofer IZFP, ergänzt: “Mit dem Forschungsverbund „SaarNex“ schaffen wir einen Forschungsverbund zwischen den forschungsstärksten Professoren der htw saar, der UkS und dem Fraunhofer IZFP. Wir beschäftigen uns mit den Herausforderungen und den Transformationsbedarfen der sich hoch dynamisch wandelnden Gesellschaft und Wirtschaft im Saarland. Insgesamt 17 Forschungs-Gruppen haben sich zusammengeschlossen, um ihre Kompetenz zu bündeln in den Technologiefeldern für „Monitoring und Assistenz in gesellschaftlich relevanten Anwendungsfeldern mithilfe dezentraler kognitiver Sensorsysteme und autonomer Agenten“. In den Forschungsanwendungen werden dabei Lösungen für den Menschen zu seinen Alltagsbedürfnissen mit Hilfe der Technologien von morgen entwickelt. Den jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in den neu entstehenden Exzellenzgruppen soll mit diesem Forschungsverbund ein nahtloser Übergang von der htw saar in eine dauerhafte Forschungsheimat bei Fraunhofer ermöglicht werden.”
SaarNex ist auf eine langfristige Wirkung angelegt: Neben neuen technologischen Lösungen sollen durch den Verbund zusätzliche Forschungsgruppen, Transferstrukturen und Innovationspartnerschaften entstehen. So soll das Saarland Schritt für Schritt zu einem sichtbaren Standort für intelligente, menschenzentrierte Zukunftstechnologien werden.