„Wie wunderbar intelligent hat die Evolution die Oberflächen der Pflanzen und Tiere gestaltet – optisch attraktiv für die beste Partnerwahl oder sicher geschützt für die Feindesabwehr“, sagt Materialforscher Frank Mücklich. Nur kleinste mikroskopische Strukturen entscheiden. Durch eine spezielle Lasertechnologie lassen sich diese meist regelmäßigen Muster aus der Natur jetzt auch auf Materialoberflächen übertragen. „Wir nutzen dafür das physikalische Prinzip der Interferenz, also der Überlagerung von Wellen. Dabei wird die Lichtintensität der Laserstrahlen so extrem in kleinen periodischen Mustern verdichtet, dass sie im wahrsten Sinne blitzschnell mikroskopische Strukturen auf den Oberflächen erschaffen“, erklärt der Saarbrücker Professor.
Die Anwendungsgebiete dafür sind sehr vielfältig und reichen von der Medizin über die Elektromobilität bis hin zur Raumfahrt. „Wir können Materialoberflächen zum Beispiel so strukturieren, dass keine Bakterien daran anheften. Das macht sie auch für eine bemannte Weltraumstation auf dem Mond interessant“, erklärt Frank Mücklich. ESA-Astronaut Matthias Maurer, der bei dem Saarbrücker Materialforscher studierte, konnte dies auf der ISS ausführlich testen. Auch darum wird es im Wissenschaftsforum der Universitätsgesellschaft des Saarlandes am 18. März gehen.
Frank Mücklich ist Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes, Gründungsdirektor des Material Engineering Center Saarland an der Universität des Saarlandes und Sprecher der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, acatech.
Anmeldung für das Wissenschaftsforum am 18. März erwünscht unter: unigesellschaft(at)uni-saarland.de

