Aktuelle Meldungen

Erneute Zunahme des Dengue-Fiebers in Brasilien:
Im gesamten Land besteht ein hohes Risiko für Dengue-Fieber. Nach einem Rückgang der Infektionen in den beiden Vorjahren nehmen die Fallzahlen 2019 wieder zu – bislang wurden über 830.000 Infektionen und knapp 500 Todesfälle bestätigt. Die meisten Infektionen traten 2015 und 2016 mit jährlich zwischen 1,5 und 2 Millionen registrierten Erkrankungen auf. Am stärksten betroffen sind die Bundesstaaten Minas Gerais, Goias, Ceara und Sao Paulo. Weitere Informationen unter Dengue-Fieber.
Dengue-Fieber-Epidemie in der Dominikanischen Republik:
2019 wurden bereits über 5.500 Erkrankungen und 8 Todesfälle registriert. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 624 Infektionen. Presseberichten zufolge wurde in 21 der 32 Provinzen Dengue-Alarm ausgerufen. 2018 wurden insgesamt ca. 1.560 Fälle und ein Todesfall verzeichnet. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten. Weitere Informationen unter Dengue-Fieber.

Notstand wegen Dengue-Fieber auf den Philippinen:
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich die landesweiten Fallzahlen auf den Philippinen fast verdoppelt. Anfang August hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Seit Anfang 2019 wurden ca. 146.000 Infektionen gemeldet. Mindestens 622 Menschen sind verstorben. Besonders betroffen sind Kinder zwischen 5 und 9 Jahren. In der Provinz Zamboanga del Sur (Region Zamboanga Peninsula) im Westen der Insel Mindanao sind die Fallzahlen 231% höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bereits im letzten Jahr wurde in weiten Teilen des Landes ein Anstieg der Fallzahlen beobachtet. 2018 wurden landesweit ca. 199.270 Infektionen und 366 Todesfälle verzeichnet. Presseberichten zufolge wird von der Regierung erwogen, erneut ein Impfprogramm mit Dengvaxia einzuführen. Der Impfstoff soll bei Menschen, die bereits eine Infektion durchgemacht haben, weitere Erkrankungen verhindern. Im April 2016 hatte das Land das erste öffentliche Impfprogramm gegen Dengue begonnen, dieses wurde aufgrund von Komplikationen Ende November 2017 gestoppt. Schutz vor tagaktiven Überträgermücken beachten. Weitere Informationen unter Dengue-Fieber.

Weiterhin deutliche Zunahme des Dengue-Fiebers in Malaysia:
2019 liegen die Fallzahlen deutlich über denen des Vorjahreszeitraums. Nach einem Rückgang der wöchentlichen Neuinfektionen zwischen Anfang März und Ende April steigen sie derzeit erneut an. Seit Anfang des Jahres 2019 wurden bereits ca. 82.530 Erkrankungen und 113 Todesfälle gemeldet. Mehr als die Hälfte aller Fälle stammt weiterhin aus Selangor (Westküste der malaiischen Halbinsel). 2018 wurden insgesamt mindestens 80.615 Erkrankungen und 147 Todesfälle registriert. Die Arbovirose ist wie in ganz SO-Asien auch in Malaysia endemisch. Da es hier keine definierten Regenzeiten gibt, ist ständig mit einem Übertragungsrisiko zu rechnen, das nach stärkeren Regenperioden regional ansteigt. Schutz vor den vorwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten. Weitere Informationen unter Dengue-Fieber.

Weiterhin deutliche Masern- und Rötelnzunahme in Japan:
Seit Jahresbeginn 2019 wurden landesweit bereits ca. 700 Masernerkrankungen gemeldet. Es ist die höchste Zahl im Vergleichszeitraum seit 10 Jahren. Besonders betroffen sind die Präfekturen Mie und Osaka auf der Insel Honshu. Weitere Informationen unter Masern. Zudem setzt sich der Rötelnausbruch auch 2019 fort, es wurden bereits ca. 2.040 Infektionen gemeldet. Landesweit sind 2018 etwa 2.980 Menschen erkrankt, 2017 waren es nur 70. Besonders betroffen sind die Stadt Tokio und die Präfekturen Chiba, Kanagawa und Osaka auf der Insel Honshu sowie die Präfektur Fukuoka auf der Insel Kyushu. Die meisten Patienten sind Männer zwischen 30 und 50 Jahren. Die Behörden haben die Bevölkerung zur Impfung aufgerufen und eine Impfkampagne für Männer der betroffenen Altersgruppe initiiert. Die kanadischen Behörden (Public Health Agency of Canada) haben einen Reisehinweis für schwangere Frauen herausgegeben. Vor einer Reise sollte bei allen Sportlern und Begleitern immer auch der Standardimpfschutz überprüft und ggf. aufgefrischt werden.

Masern-Epidemie auf den Philippinen:
Seit Anfang 2019 wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden im Großraum Manila (National Capital Region) mehr als 6.750 Infektionen und 114 Todesfälle gemeldet. Auch in den anderen Landesteilen steigen die Fallzahlen an. Landesweit wurden 2019 bereits ca. 35.000 Erkrankungen und 477 Todesfälle registriert. Besonders betroffen sind die Inselgruppen Luzon, Visayas und Mindanao. 2018 sind insgesamt landesweit ca. 21.810 Menschen erkrankt, dies waren bereits etwa fünfmal so viele wie 2017. Impfkampagnen wurden nun gegen Masern gestartet. Impfschutz beachten. Weitere Informationen unter Masern.

Warnung vor Hepatitis A in Algerien:
Die Behörden der Provinz Sidi Bel Abbès im Norden des Landes warnen vor einer Zunahme der Infektionen. Im ersten Halbjahr 2019 wurden knapp 100 Erkrankungen registriert. Ursache ist offenbar eine Verschlechterung der Trinkwasserqualität. Impfschutz beachten. Reisende sollten überdies auf eine sorgfältige Hygiene achten.

Starker Influenza-Ausbruch in Australien:
In mehreren Bundesstaaten, u. a. South Australia, New South Wales und Queensland wurden schon seit April 2019 ungewöhnlich viele Grippe-Fälle gemeldet. Auf Tasmanien wurden bereits mehr Infektionen registriert als im gesamten Vorjahr. In South Australia scheint der Höhepunkt der Grippe-Welle bereits überwunden zu sein. Bis Mitte August wurden landesweit etwa 210.000 Infektionen bestätigt, 2018 waren es zu dieser Zeit ca. 28.000. Rund 380 Menschen sind verstorben. In der Regel beginnt die Grippesaison auf der Südhalbkugel im Juni. Sportler und Begleiter sollten nicht ohne Impfschutz reisen. Weitere Informationen unter Grippe (Virusgrippe, saisonale Influenza).

Masern-Ausbrüche in Zukunft immer häufiger?

B. Gärtner & T. Meyer

Einer schnellen Ausrottung der Masern kommt eine große Bedeutung zu, da diese Erkrankung schwerwiegend ist und viele Todesopfer fordert sowie bleibende Schäden verursachen kann. Dieses Ziel ist allerdings nur erreichbar, wenn die Immunität in der Gesamtbevölkerung sehr hoch ist. Jene Immunität, die nach Wildmasern (also der „echten“ Masernerkrankung) besteht, ist qualitativ besser als die Immunität nach Impfung. Denn auch nach einer korrekt durchgeführten Impfung ist es – im Gegensatz zur Situation nach einer Wildmaserninfektion - in wenigen Fällen möglich, trotzdem mit Wildmasern infiziert zu werden. Natürlich sind nur sehr wenige Menschen trotz Impfung empfänglich, diese geringe Zahl kann aber ausreichend sein, um Infektionsketten weiter bestehen zu lassen. Da das Masernvirus nur Menschen infizieren kann, ist der Erreger für sein Überleben auf diese Infektionsketten angewiesen. Es müssen „aus Sicht des Virus“ immer empfängliche Menschen in ausreichender Zahl vorhanden sein, damit es fortexistieren kann. Dies sind natürlich vor allem die Ungeimpften (und noch nicht Erkrankten), aber zunehmend auch die wenigen Geimpften, die trotz Impfung empfänglich bleiben.

Bei guter Herdimmunität (genügend Immune um eine infizierte Person herum) wären die Masern auszurotten. Dazu ist es wichtig, eine möglichst hohe Gesamt-Immunität in der Bevölkerung herzustellen, damit die Infektionsketten abbrechen. Dies muss schnell geschehen, weil sonst die wenigen Geimpften, die empfänglich bleiben, ausreichen, um die Infektionsketten weiter aufrecht zu erhalten. Die abnehmende Zahl der früher an Wildmasern Erkrankten schwächt quasi die Gesamtimmunität, wenn dies nicht durch eine noch höhere Zahl an Impfungen kompensiert wird.

Infektionskrankheiten weltweit